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Laufrad: ab wann und welche Größe?

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Rotes Laufrad lehnt an einem Pfosten
Auf dem Laufrad üben Kinder das Gleichgewicht fürs spätere Fahrradfahren
Inhalt8 Abschnitte
  1. Woran Sie erkennen, dass Ihr Kind so weit ist
  2. Schrittlänge messen: so geht es
  3. Welche Größe passt? Richtwerte
  4. Sattel und Lenker richtig einstellen
  5. Gewicht, Reifen, Bremse: worauf es beim Kauf ankommt
  6. Helm und Kleidung
  7. Die ersten Fahrten
  8. Häufige Fragen

Ein Laufrad passt ab dem Zeitpunkt, an dem ein Kind sicher läuft und im Sitzen mit beiden Füßen flach auf den Boden kommt – bei den meisten ist das mit etwa zwei Jahren der Fall, bei manchen etwas früher, bei anderen erst mit drei. Das Alter auf dem Karton ist dabei nur ein grober Hinweis. Verlässlicher sind ein Maßband und ein Blick darauf, wie sich das Kind bewegt.

Woran Sie erkennen, dass Ihr Kind so weit ist

Ein Laufrad bringt das Laufen nicht bei, es setzt es voraus. Drei Anzeichen sprechen dafür, dass der Zeitpunkt passt:

  • Das Kind läuft seit einigen Monaten sicher, kann stehen bleiben, die Richtung wechseln und rückwärts gehen.
  • Es steigt selbstständig über niedrige Hindernisse und hält sich an einem Lenker oder Griff fest, ohne loszulassen.
  • Es interessiert sich für das Rad. Ein Kind, das nicht aufsteigen mag, braucht keine Überredung, sondern ein paar Wochen Zeit.

Für jüngere Kinder gibt es Rutschfahrzeuge mit drei oder vier Rädern. Sie sind Spielzeug für Wohnung und Hof und ersetzen kein Laufrad, schulen aber das Abstoßen mit den Füßen.

Schrittlänge messen: so geht es

Die Schrittlänge ist die Innenbeinlänge vom Boden bis zum Schritt. Sie brauchen ein Buch, eine Wand und ein Maßband.

  1. Kind an die Wand stellen. Ohne Schuhe, mit dem Rücken zur Wand, die Füße etwa hüftbreit auseinander.
  2. Buch zwischen die Beine schieben. Den Buchrücken nach oben, waagerecht und so weit hinauf, wie es auf einem Sattel säße – ohne Druck.
  3. Höhe markieren und messen. Die Oberkante des Buchs an der Wand anzeichnen oder mit dem Finger halten und den Abstand zum Boden messen.
  4. Zweimal messen. Kleine Kinder stehen selten still; der kleinere der beiden Werte zählt.

Vergleichen Sie diesen Wert mit der niedrigsten Sattelhöhe des Laufrads, die der Hersteller angibt. Sie sollte zwei bis drei Zentimeter unter der Schrittlänge liegen. Mit Schuhen kommt später etwas Luft dazu.

Welche Größe passt? Richtwerte

Laufräder werden nach dem Raddurchmesser in Zoll verkauft. Die folgenden Spannen sind Richtwerte, wie sie Hersteller und Fachhändler ähnlich nennen; maßgeblich ist immer die Sattelhöhe des einzelnen Modells.

Alter (ungefähr)KörpergrößeSchrittlängeübliche Radgröße
1,5–2 Jahreetwa 80–85 cmetwa 26–32 cm8 oder 10 Zoll
2–3 Jahreetwa 85–95 cmetwa 32–38 cm10 oder 12 Zoll
3–4 Jahreetwa 95–105 cmetwa 38–45 cm12 oder 14 Zoll

Zwei Laufräder mit gleicher Zollgröße können sich in der Sattelhöhe um mehrere Zentimeter unterscheiden. Kaufen Sie deshalb nicht „12 Zoll“, sondern ein Rad, dessen Verstellbereich bei der Schrittlänge Ihres Kindes beginnt und nach oben Reserve lässt. Ein Rad „zum Reinwachsen“ ist keine gute Idee: Wer nur mit den Zehenspitzen den Boden erreicht, kann sich weder richtig abstoßen noch sicher bremsen.

Sattel und Lenker richtig einstellen

Setzen Sie das Kind mit Schuhen auf das Rad. Die Einstellung stimmt, wenn

  • beide Fußsohlen flach auf dem Boden stehen,
  • die Knie dabei leicht gebeugt sind,
  • das Kind aufrecht sitzt und den Lenker mit leicht angewinkelten Armen erreicht.

Der Lenker steht bei den meisten Kindern etwa auf Höhe des Sattels oder etwas darüber. Ziehen Sie Sattelklemme und Lenkerklemmung fest an und prüfen Sie, ob sich der Sattel noch verdrehen lässt. Die Markierung für die Mindesteinstecktiefe an Sattelstütze und Lenkerschaft darf nicht sichtbar sein. Kontrollieren Sie die Höhe alle zwei bis drei Monate; in diesem Alter wachsen Beine schneller, als man es bemerkt. Sobald das Kind sicher rollt, darf der Sattel so hoch, dass im Sitzen nur noch die Fußballen aufsetzen – dann werden die Schritte länger.

Gewicht, Reifen, Bremse: worauf es beim Kauf ankommt

Gewicht. Ein Zweijähriges wiegt oft nur zwölf bis vierzehn Kilogramm. Jedes Kilo am Rad macht sich beim Lenken, Aufheben und Anfahren bemerkbar. Viele 12-Zoll-Laufräder wiegen zwischen etwa drei und fünf Kilogramm; je leichter, desto besser kommt ein kleines Kind zurecht. Heben Sie das Rad im Laden an – und denken Sie daran, dass Sie es auf dem Rückweg oft selbst tragen.

Reifen. Luftreifen federn besser und haften auf Schotter und nassem Pflaster, müssen aber aufgepumpt werden und können einen Platten bekommen; dann hilft die Anleitung Fahrradschlauch wechseln auch im Kleinformat. Vollgummi- oder Schaumstoffreifen sind wartungsfrei und leicht, rollen aber härter und rutschen eher. Für kurze Wege auf glattem Boden reichen sie, für Wald- und Feldwege sind Luftreifen angenehmer.

Bremse. Anfangs bremsen Kinder mit den Füßen, und das genügt bei Schrittgeschwindigkeit. Eine Handbremse am Hinterrad wird sinnvoll, wenn das Kind schneller rollt und der Bremshebel zur Hand passt – das ist meist erst mit etwa zweieinhalb bis drei Jahren der Fall. Probieren Sie es aus: Erreichen die Finger den Hebel, und lässt er sich mit Kinderkraft ziehen? Viele Hebel sind in der Griffweite verstellbar.

Lenkung und Details. Ein begrenzter Lenkeinschlag verhindert, dass der Lenker bei einem Sturz quer schlägt; manche Hersteller lösen das über einen abnehmbaren Ring. Abgerundete Lenkerenden mit dicken Griffpolstern, verdeckte Schrauben und ein tiefer Einstieg sind weitere Pluspunkte. Trittbretter für die Füße sind Geschmackssache und dürfen beim Laufen nicht stören.

Material. Rahmen aus Aluminium oder Stahl lassen sich meist in einem größeren Bereich verstellen als Holzräder und vertragen Regen besser. Holz ist leicht und sieht gut aus, sollte aber trocken stehen.

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Helm und Kleidung

Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht, einen guten Grund für den Helm schon: Kleinkinder fallen häufig und fangen sich mit den Händen noch schlecht ab. Messen Sie den Kopfumfang mit einem Maßband etwa einen Fingerbreit über den Augenbrauen und über die dickste Stelle des Hinterkopfs und wählen Sie die Helmgröße nach dieser Zahl, nicht nach dem Alter. Der Helm sitzt richtig, wenn er waagerecht auf dem Kopf liegt, die Stirn bedeckt, beim Kopfschütteln nicht verrutscht und die Gurte ein Dreieck um das Ohr bilden. Zwischen Kinn und Riemen passt ein Finger.

Wichtig: Auf dem Spielplatz kommt der Helm ab. An Klettergerüsten kann ein Kind mit dem Helm hängen bleiben. Dazu gehören feste, geschlossene Schuhe – sie sind die Bremse und nutzen sich an den Spitzen entsprechend ab – sowie anfangs lange Hosen.

Die ersten Fahrten

Suchen Sie eine ebene, ruhige Fläche ohne Gefälle und ohne Autos: einen Hof, einen leeren Parkplatz, einen breiten Parkweg. Zeigen Sie nichts vor und schieben Sie nicht an. Die meisten Kinder gehen zuerst mit dem Rad zwischen den Beinen, setzen sich dann, machen größere Schritte und heben irgendwann von selbst die Füße. Das dauert Tage oder Wochen.

Rechtlich zählt ein Laufrad nicht als Fahrzeug, sondern wie ein Roller zu den Spielgeräten; gefahren wird also auf dem Gehweg und in Schrittnähe eines Erwachsenen. Üben Sie früh ein festes Stoppwort und das Anhalten an jeder Bordsteinkante. Gefälle sind die häufigste Ursache für böse Stürze, weil das Rad schneller wird, als kleine Füße bremsen können.

Wer mit dem Laufrad das Gleichgewicht gelernt hat, steigt später meist ohne Stützräder aufs Fahrrad um. Welche Radgröße dann passt, steht unter Kinderfahrrad-Größe. Und wenn das Laufrad nach dem Matschtag aussieht wie der Waldweg: Die Handgriffe aus Fahrrad putzen gelten im Kleinen genauso.

Häufige Fragen

Ist ein Laufrad schon mit einem Jahr sinnvoll?

In der Regel nicht. Mit einem Jahr laufen die meisten Kinder gerade erst oder noch gar nicht frei, und ihre Beine sind für ein zweirädriges Laufrad zu kurz. Ein Rutscher mit drei oder vier Rädern passt in diesem Alter besser.

Laufrad oder Dreirad – was ist besser?

Beides hat seinen Platz, aber nur das Laufrad schult das Gleichgewicht. Auf dem Dreirad lernt ein Kind das Treten, auf dem Laufrad das Balancieren und Lenken in der Kurve; das Balancieren ist beim späteren Umstieg aufs Fahrrad der schwierigere Teil.

Wie lange fährt ein Kind Laufrad?

Meist bis zum Alter von etwa vier bis fünf Jahren, bis der Sattel am oberen Anschlag ist oder das Kind aufs Fahrrad wechselt. Viele nutzen beides eine Weile nebeneinander.

Braucht ein Laufrad eine Bremse?

Für den Anfang nicht, die Füße reichen. Bei schnelleren, größeren Kindern und in hügeliger Umgebung ist eine Handbremse am Hinterrad sinnvoll, vorausgesetzt, das Kind kann den Hebel greifen und ziehen. Sie bereitet außerdem auf die Bremse am Fahrrad vor.

Kann ich ein gebrauchtes Laufrad kaufen?

Ja. Prüfen Sie, ob Rahmen und Gabel ohne Risse sind, die Räder rund laufen, das Lenklager kein Spiel hat und sich Sattel und Lenker fest klemmen lassen. Griffe mit durchgestoßenen Enden und abgefahrene Reifen sollten Sie ersetzen. Den Helm kaufen Sie besser neu, weil man ihm einen früheren Sturz nicht ansieht.