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Praxistest

Konturenlehre

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Die KLRStec Konturenlehre im Einsatz
Inhalt10 Abschnitte
  1. So ist eine Konturenlehre aufgebaut
  2. Aus unserem Praxistest: die Konturenlehre von KLRStec
  3. Wofür man eine Konturenlehre braucht
  4. Schritt für Schritt: eine Kontur übertragen
  5. Heizungsrohre: wann die Lehre nicht das beste Werkzeug ist
  6. Worauf es beim Kauf ankommt
  7. Typische Fehler
  8. Alternativen zur Konturenlehre
  9. Pflege und Aufbewahrung
  10. Häufige Fragen

Eine Konturenlehre – auch Nadelschablone, Profilabtaster oder Kontur-Vervielfältigungslehre genannt – ist ein Anreißwerkzeug mit vielen dünnen, verschiebbaren Stiften. Drücken Sie sie gegen ein unregelmäßiges Profil, etwa eine Türzarge, schieben sich die Stifte unterschiedlich weit zurück und bilden die Form ab. Diese Form legen Sie auf die Laminatdiele, Fliese oder das Brett und zeichnen sie mit dem Bleistift nach. So entstehen passgenaue Ausschnitte, ohne dass Sie erst eine Pappschablone basteln müssen.

So ist eine Konturenlehre aufgebaut

Die Lehre besteht aus einer Führung, meist zwei flachen Schienen aus Kunststoff oder Metall, und dazwischen einer dichten Reihe von Stiften. Die Stifte sind aus Kunststoff oder Stahl und lassen sich in Längsrichtung verschieben. Eine Klemmung hält sie so fest, dass sie sich zwar mit leichtem Druck bewegen, aber nicht von allein verrutschen. Bessere Modelle haben zusätzlich einen Hebel oder eine Rändelschraube, mit der Sie die abgenommene Form fest arretieren.

Wichtig sind zwei Maße: die Breite, also wie breit ein Profil sein darf, das Sie in einem Zug abnehmen, und die Tiefe, also wie weit die Stifte maximal zurückweichen können. Verbreitete Größen sind etwa 12–15 cm Breite bei rund 3–4 cm Tiefe; es gibt kleinere für enge Stellen und größere bis etwa 25 cm Breite. Viele Sets enthalten zwei Größen.

Aus unserem Praxistest: die Konturenlehre von KLRStec

Wir haben uns eine Konturenlehre von KLRStec genauer angeschaut und selbst ausprobiert; die Fotos sind dabei im Frühjahr 2020 entstanden. Unser Ergebnis: Wir können die Lehre empfehlen – auch für größere Rohre eignet sie sich sehr gut. Getestet haben wir nur dieses eine Modell; Konturenlehren mit ähnlichem Aufbau gibt es von vielen Herstellern.

KLRStec Konturenlehre
Konturenlehre von KLRStec mit Kunststoffstiften

Das ist uns an der KLRStec-Lehre aufgefallen:

  • Breites Stiftfeld. Die grauen Kunststoffstifte stehen dicht an dicht über die ganze Breite; die aufgedruckte Zentimeterskala reicht über gut 25 cm. Damit lassen sich auch breitere Profile in einem Zug abnehmen.
  • Zwei Skalen. Die schwarze Führungsschiene trägt oben eine Zoll- und unten eine Zentimeterteilung. Das hilft, die Lehre auf dem Werkstück an der richtigen Stelle anzulegen.
  • Stifte bleiben stehen. Drückt man einen schmalen Gegenstand ins Stiftfeld, weichen nur die Stifte genau an dieser Stelle zurück, die Nachbarn bleiben in Reihe. Die Form bleibt so erhalten, bis man sie überträgt – das zweite Foto zeigt das.
  • Kunststoff statt Stahl. Die Stifte zerkratzen keine lackierten Zargen oder Fliesen. Stahlstifte bilden feinste Details zwar noch genauer ab, für Boden- und Fliesenarbeiten reicht Kunststoff aber aus.
KLRStec Kontur-Vervielfältigungslehre
Kontur-Vervielfältigungslehre von KLRStec

Wofür man eine Konturenlehre braucht

Die Lehre spielt ihre Stärke überall dort aus, wo ein Werkstück an eine vorhandene, unregelmäßige Form anschließen soll:

  • Türzargen und Türfutter beim Verlegen von Laminat, Vinyl oder Parkett: Die Lehre nimmt die Form des Zargenprofils am Boden ab, und die Diele wird exakt darum herum geschnitten.
  • Fliesen an Sockeln, Säulen, Rohrkästen und profilierten Stufenkanten.
  • Sockelleisten und Abschlussleisten, die auf Stuckprofile, Fensterbankkanten oder unregelmäßige Wände treffen.
  • Arbeitsplatten und Regalböden, die in Nischen mit Vorsprüngen passen müssen.
  • Modellbau, Holzarbeiten und Karosseriearbeiten, wo Profile auf ein zweites Teil übertragen werden sollen.

Bei Türzargen ist oft eine andere Technik noch eleganter: Die Zarge wird mit einer Säge unten um die Stärke des neuen Belags gekürzt, sodass die Diele darunter geschoben werden kann. Das sieht sauberer aus als jeder Ausschnitt. Die Konturenlehre ist die Lösung, wenn das nicht geht – etwa bei Steinzargen, Metallzargen oder Fliesen.

Laminat verlegen mit Hilfe einer Konturenlehre
Laminat verlegen mit Hilfe einer Konturenlehre

Schritt für Schritt: eine Kontur übertragen

Material: Konturenlehre, spitzer Bleistift oder Anreißnadel, Winkel, Stichsäge oder Fliesenschneider, eventuell Malerkrepp.

  1. Stifte ausrichten. Drücken Sie die Lehre mit der Stiftseite gegen eine gerade Fläche, etwa den Boden oder eine Tischkante, bis alle Stifte eine glatte Linie bilden.
  2. Form abnehmen. Setzen Sie die Lehre flach und im rechten Winkel an das Profil und drücken Sie sie gleichmäßig dagegen, bis alle Stifte anliegen. Nicht verkanten, sonst wird die Form schief.
  3. Arretieren. Den Klemmhebel oder die Schraube feststellen, bevor Sie die Lehre abheben. Ohne Arretierung vorsichtig anheben und nirgends anstoßen.
  4. Position markieren. Messen Sie, wo auf dem Werkstück die Form hingehört – Abstand zur Wand, zur letzten Diele, zur Fliesenkante. Auf hellen Oberflächen hilft ein Streifen Malerkrepp, auf dem der Strich gut zu sehen ist.
  5. Übertragen. Die Lehre an die markierte Stelle legen und die Kontur mit dem Stift nachfahren. Bei Laminat die Dehnungsfuge nicht vergessen: Der Ausschnitt darf nicht bündig anliegen.
  6. Ausschneiden. Mit Stichsäge, Feinsäge oder bei Fliesen mit Fliesenschneider und Fliesenzange ausarbeiten. Erst etwas außerhalb der Linie schneiden, dann nachbessern.
  7. Anpassen. Probelegen und bei Bedarf nacharbeiten. Kleine Fugen lassen sich bei Fliesen mit Silikon, bei Laminat mit einer passenden Abschlussleiste oder Acryl schließen.

Ist die Form breiter als die Lehre, nehmen Sie sie in mehreren Abschnitten ab und übertragen Stück für Stück. Setzen Sie dazu an der Anschlussstelle eine Markierung, damit die Teile nahtlos aneinander passen.

Heizungsrohre: wann die Lehre nicht das beste Werkzeug ist

Für runde Heizungsrohre, die aus dem Boden kommen, ist die Konturenlehre nur ein Hilfsmittel. Der saubere Weg ist ein Bohrloch: Sie messen die Lage der Rohre, übertragen sie auf die Diele und bohren mit einem Forstnerbohrer, der einige Millimeter größer ist als das Rohr. Der Spielraum ist nötig, weil Laminat und Parkett arbeiten. Dann sägen Sie das Stück zwischen Bohrloch und Dielenkante heraus, verlegen die Diele und leimen das Stück wieder ein. Eine Heizkörperrosette deckt den Spalt anschließend ab.

Die Lehre hilft hier beim Anzeichnen der Rohrposition oder wenn Rohrverkleidungen und Rohrschellen eine unrunde Form haben. In unserem Praxistest hat die KLRStec-Lehre auch die Form größerer Rohre sehr gut abgenommen – für die Lage und den Umriss ist sie also eine echte Hilfe, das eigentliche Loch bohren Sie trotzdem am besten mit dem Forstnerbohrer.

Heizungsrohre stören meist beim Laminat verlegen. Eine Konturenlehre hilft.
Heizungsrohre stören meist beim Laminat verlegen

Worauf es beim Kauf ankommt

ArretierungEin Hebel oder eine Schraube, die die Stifte festhält, verhindert, dass die Form beim Abheben verrutscht. Für Einsteiger das wichtigste Merkmal.
StiftmaterialKunststoffstifte kratzen nicht und rosten nicht, sind aber etwas dicker. Stahlstifte sind feiner und bilden Details genauer ab, können aber empfindliche Oberflächen zerkratzen.
StiftdichteJe dünner und dichter die Stifte, desto genauer die Form. Grobe Lehren runden kleine Profile ab.
Breite und TiefeFür Türzargen genügen meist 12–15 cm Breite. Tiefe Profile wie Stufenkanten brauchen mehr Tiefe.
SkalaEine aufgedruckte Zentimeterskala hilft beim Ausrichten auf dem Werkstück.
VerbindbarkeitManche Lehren lassen sich seitlich verbinden, um breitere Profile in einem Stück abzunehmen.

Konturenlehren sind günstig. Einfache Modelle kosten meist zwischen 5 und 20 Euro, Sets mit mehreren Größen etwas mehr. Die Unterschiede liegen weniger im Preis als in der Arretierung und der Feinheit der Stifte.

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Wer vor allem Fliesen oder Dielen an Zargen anpasst, ist mit einer Konturenlehre mit Arretierung gut bedient. Für Profile, die breiter als die Lehre sind, gibt es Konturenlehren im Set mit zwei Größen.

Typische Fehler

  • Schräg angesetzt: Wird die Lehre nicht rechtwinklig zum Profil gedrückt, ist die übertragene Form verzerrt.
  • Nicht arretiert: Ein kurzes Anstoßen beim Abheben reicht, um einzelne Stifte zu verschieben.
  • Zu fest gedrückt: Kunststoffstifte können sich verbiegen, Stahlstifte hinterlassen Kratzer auf lackierten Zargen.
  • Dehnungsfuge vergessen: Bei schwimmend verlegten Böden muss rundum ein Spalt bleiben, auch an Zargen und Rohren.
  • Falsche Seite übertragen: Überlegen Sie vor dem Anzeichnen, ob die Form gespiegelt aufs Werkstück muss. Ein Probestück aus Pappe kostet nichts und spart eine teure Fliese.

Alternativen zur Konturenlehre

Ohne Lehre bleibt die gute alte Pappschablone: Karton an das Profil halten, Form grob anzeichnen, ausschneiden und so lange nachbessern, bis sie passt. Das funktioniert, dauert aber länger. Für gerade Wandanschlüsse mit schiefem Verlauf gibt es Profilkantenanreißer oder Streichmaße mit Abstandsscheibe, die einen gleichbleibenden Abstand zur Wand anzeichnen. Für Rohre ist, wie oben beschrieben, der passende Bohrer das Mittel der Wahl.

Pflege und Aufbewahrung

Eine Konturenlehre braucht kaum Pflege. Wischen Sie Staub und Mörtelreste ab, bevor sie antrocknen, und bewahren Sie die Lehre flach liegend auf, damit sich die Führung nicht verzieht. Stahlstifte nach Arbeiten im Feuchten gut trocknen lassen. Wer seine Werkzeuge ordentlich unterbringen will, findet Anregungen in unserem Beitrag zur Hobby-Werkstatt. Für die Kanten nach dem Verlegen lohnt ein Blick auf die Wandabschlussleiste, und passende Schutzkleidung beschreibt der Beitrag zum Heimwerker-Outfit. Weitere Themen rund ums Renovieren finden Sie in der Rubrik Haus.

Unsere Empfehlung: Für den gelegentlichen Boden- oder Fliesenleger reicht eine günstige Kunststofflehre mit Arretierung in rund 12–15 cm Breite; wer auch breitere Profile oder Rohre abnehmen will, ist mit einer breiten Lehre wie der KLRStec aus unserem Praxistest gut bedient. Wer oft feine Profile abnimmt, greift zu einem Modell mit dünnen Metallstiften.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Konturenlehre und Kontur-Vervielfältigungslehre?

Es gibt keinen. Beide Namen bezeichnen dasselbe Werkzeug, ebenso wie Nadelschablone, Profilabtaster oder Konturenmessgerät. Die Bezeichnungen hängen nur vom Anbieter ab.

Kunststoff- oder Metallstifte?

Kunststoffstifte sind günstiger, rosten nicht und zerkratzen keine Oberflächen. Metallstifte sind dünner und bilden feine Details genauer ab. Für Laminat und Fliesen reicht Kunststoff; für feine Holzprofile ist Metall im Vorteil.

Wie genau ist eine Konturenlehre?

So genau wie ihre Stifte dicht sind und wie sorgfältig Sie ansetzen. Für Boden- und Fliesenarbeiten reicht die Genauigkeit gut aus. Kleine Abweichungen verschwinden ohnehin unter Fugen, Leisten oder Rosetten.

Kann ich breitere Profile als die Lehre abnehmen?

Ja, abschnittweise. Nehmen Sie die Form in mehreren Stücken ab, markieren Sie jeweils die Anschlussstelle auf Werkstück und Profil und übertragen Sie Abschnitt für Abschnitt.