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Handcreme selber machen: Salbe ohne Wasser und Creme mit Emulgator

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Glastiegel mit gelblicher Salbe und Blüten zwischen frischen grünen Blättern
Eine wasserfreie Handsalbe ist einfacher herzustellen und länger haltbar als eine Creme
Inhalt8 Abschnitte
  1. Salbe oder Creme: der Unterschied
  2. Rezept 1: Handsalbe ohne Wasser
  3. Rezept 2: Echte Creme mit Emulgator
  4. Haltbarkeit: der Punkt, an dem es ernst wird
  5. Duft und Zusätze
  6. Was bringt es wirklich?
  7. Wann lieber nicht – und wann zum Arzt?
  8. Häufige Fragen

Wer Handcreme selber machen möchte, sollte vorab eine Unterscheidung kennen, die viele Rezepte verschweigen: Eine wasserfreie Handsalbe aus Wachs, Butter und Öl ist in zwanzig Minuten gerührt und hält monatelang. Eine echte Creme dagegen besteht zu einem großen Teil aus Wasser, braucht einen Emulgator und verdirbt ohne Konservierung innerhalb weniger Tage. Beides hat seinen Platz – für den Anfang ist die Salbe die bessere Wahl.

Salbe oder Creme: der Unterschied

Handsalbe (Balsam)Handcreme
ZutatenWachs, Pflanzenbutter, ÖlÖl, Butter, Wasser, Emulgator
Schwierigkeiteinfachanspruchsvoller, Temperatur und Rühren müssen stimmen
Hautgefühlreichhaltig, fettet, zieht langsam einleicht, zieht schnell ein
Haltbarkeitmehrere Monateohne Konservierung wenige Tage im Kühlschrank
Passt fürsehr trockene, raue Hände, abends, im Wintertagsüber, zwischendurch

Der Grund für den Unterschied ist das Wasser. Reines Fett bietet Bakterien und Schimmelpilzen kaum eine Lebensgrundlage, eine Mischung aus Wasser und Nährstoffen dagegen sehr wohl. Gekaufte Cremes sind deshalb konserviert und keimarm abgefüllt – beides lässt sich in der Küche nur bedingt nachmachen.

Rezept 1: Handsalbe ohne Wasser

Zutaten für etwa 100 g:

  • 10 g Bienenwachs (Pastillen)
  • 30 g Sheabutter
  • 60 g Pflanzenöl, zum Beispiel Mandel-, Sonnenblumen-, Jojoba- oder Olivenöl (rund 65 ml)

Sie brauchen außerdem eine genaue Küchenwaage, ein hitzefestes Glas, einen Topf fürs Wasserbad, einen Löffel und einen sauberen Tiegel mit Deckel.

  1. Gefäße vorbereiten. Glas, Löffel und Tiegel heiß spülen und vollständig trocknen lassen. Es darf kein Wasser zurückbleiben.
  2. Im Wasserbad schmelzen. Wachs, Sheabutter und Öl ins Glas geben und in leise simmerndem Wasser erwärmen, bis alles klar geschmolzen ist. Nicht direkt auf der Herdplatte erhitzen – Wachs und Öl sind brennbar.
  3. Festigkeit prüfen. Einen Tropfen auf einen kalten Teller geben. Zu fest? Etwas Öl dazu. Zu weich? Ein paar Wachspastillen nachschmelzen.
  4. Abfüllen und abkühlen. In den Tiegel gießen und offen auskühlen lassen. Wer eine cremigere Konsistenz mag, rührt die Masse beim Abkühlen mehrmals durch oder schlägt sie mit dem Handmixer auf, sobald sie am Rand fest wird.
  5. Verschließen und beschriften. Erst nach dem vollständigen Erkalten den Deckel aufsetzen, Datum notieren.

Vegan gelingt die Salbe mit etwa 5 g Candelillawachs statt Bienenwachs; Einzelheiten zu den Pflanzenwachsen stehen im Beitrag Lippenbalsam selber machen, der nach demselben Prinzip arbeitet.

So wenden Sie die Salbe an: Eine erbsengroße Menge genügt für beide Hände. Am besten auf noch leicht feuchter Haut nach dem Händewaschen verteilen – der Fettfilm hält die Feuchtigkeit dann in der Haut. Weil die Salbe eine Weile braucht, bis sie eingezogen ist, eignet sie sich vor allem für den Abend. Bei sehr rauen Händen dick auftragen und über Nacht dünne Baumwollhandschuhe überziehen.

Rezept 2: Echte Creme mit Emulgator

Öl und Wasser verbinden sich nur, wenn ein Emulgator sie zusammenhält. Solche Emulgatoren – pflanzliche Produkte wie Tegomuls oder Emulsan – gibt es im Rohstoffhandel für Selbstrührer und in manchen Apotheken. Bienenwachs ist kein Emulgator. Rezepte, die nur Öl, Wasser und Wachs zusammenrühren, ergeben eine Masse, die sich nach kurzer Zeit wieder trennt.

Zutaten für etwa 100 g einer leichten Creme:

  • Fettphase: 20 g Pflanzenöl, 5 g Sheabutter und der Emulgator in der Menge, die der Hersteller für 100 g Creme angibt (meist wenige Gramm)
  • Wasserphase: 70 g destilliertes oder frisch abgekochtes Wasser
  1. Peinlich sauber arbeiten. Alle Gefäße, Rührgeräte und den Tiegel heiß spülen, mit kochendem Wasser übergießen oder mit hochprozentigem Alkohol auswischen und trocknen lassen.
  2. Beide Phasen getrennt erwärmen. Fettphase und Wasser in zwei Gläsern im Wasserbad auf etwa 65–70 °C bringen, bis Butter und Emulgator geschmolzen sind. Beide sollten ungefähr gleich warm sein.
  3. Zusammenführen. Das Wasser unter kräftigem Rühren zur Fettphase gießen. Ein Milchaufschäumer oder Stabmixer hilft.
  4. Kalt rühren. Weiterrühren, bis die Creme handwarm ist und andickt. Wer zu früh aufhört, riskiert, dass sie sich trennt.
  5. Abfüllen und kühlen. In einen kleinen, sauberen Tiegel füllen, verschließen, beschriften und in den Kühlschrank stellen.

Rechnen Sie damit, dass der erste Versuch zu dünn, zu fest oder flockig wird. Die genauen Mengen und Temperaturen hängen vom Emulgator ab; halten Sie sich an das Datenblatt des Anbieters.

Haltbarkeit: der Punkt, an dem es ernst wird

Die Handsalbe hält sich kühl und dunkel mehrere Monate. Sie verdirbt nicht durch Keime, sondern weil das Öl ranzig wird – das riechen Sie. Entnehmen Sie sie mit trockenen, sauberen Fingern; nasse Hände bringen Wasser in den Tiegel und machen den Vorteil zunichte.

Die Creme ist ohne Konservierung ein Frischprodukt. Bewahren Sie sie im Kühlschrank auf, entnehmen Sie sie mit einem sauberen Spatel oder Löffel statt mit den Fingern und brauchen Sie sie innerhalb weniger Tage, höchstens etwa einer Woche auf. Rühren Sie deshalb kleine Mengen an. Verändern sich Geruch, Farbe oder Konsistenz, oder zeigen sich Pünktchen an der Oberfläche, gehört die Creme in den Müll. Keime sieht und riecht man allerdings nicht immer – im Zweifel lieber früher entsorgen.

Vitamin E, das in vielen Rezepten als „natürliche Konservierung“ auftaucht, bremst nur das Ranzigwerden des Öls. Gegen Bakterien und Schimmel wirkt es nicht. Wer Cremes länger aufbewahren möchte, braucht ein Konservierungsmittel aus dem Rohstoffhandel und dosiert es genau nach Herstellerangabe.

Duft und Zusätze

Beide Rezepte kommen ohne Duft aus. Ätherische Öle können Kontaktallergien auslösen und sind an Händen mit kleinen Rissen besonders heikel. Wer sie verwenden will, bleibt bei wenigen Tropfen auf 100 g und verzichtet in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern darauf oder fragt vorher nach. Zitrusöle können die Haut lichtempfindlicher machen – für eine Handcreme, die tagsüber draußen getragen wird, eine schlechte Wahl.

Machen Sie mit jeder neuen Mischung einen Verträglichkeitstest: eine kleine Menge in die Armbeuge, einen Tag warten. Wer auf Wollwachs (Lanolin), Bienenprodukte oder Nüsse reagiert, prüft die Zutatenliste entsprechend.

Was bringt es wirklich?

Eine selbst gerührte Salbe legt einen Fettfilm auf die Haut, der Wasserverlust bremst und raue Stellen geschmeidiger macht. Das ist genau das, was strapazierte Hände brauchen, und es funktioniert. Feuchtigkeit bringt die Salbe selbst nicht mit – deshalb wirkt sie auf leicht feuchter Haut am besten.

Was Selbstgemachtes nicht leistet: Es enthält keine Wirkstoffe wie Urea oder Glycerin in abgestimmter Menge, wie sie gute gekaufte Handcremes mitbringen, und es ist nicht keimgeprüft. Für den Schreibtisch und die Handtasche ist eine gekaufte Creme schlicht praktischer. Die größere Wirkung hat ohnehin, was die Hände gar nicht erst austrocknet: Handschuhe beim Putzen und Spülen von Hand, lauwarmes statt heißes Wasser und eine milde Seife. Mehr dazu im Beitrag Rissige Hände; die passende Pflege für die Nagelränder beschreibt Nagelhaut entfernen.

Wann lieber nicht – und wann zum Arzt?

Selbst gemachte Salben und Cremes gehören nicht auf offene, nässende oder entzündete Haut. Wenn die Hände nach dem Eincremen brennen, jucken oder sich röten, setzen Sie die Mischung ab.

Suchen Sie eine Arztpraxis auf, wenn

  • Risse tief sind, bluten oder nicht heilen,
  • die Haut nässt, eitert, stark gerötet oder geschwollen ist,
  • juckende Bläschen oder schuppende, scharf begrenzte Stellen auftreten,
  • die Beschwerden trotz konsequenter Pflege nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden,
  • Sie beruflich viel mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Handschuhen arbeiten – ein Handekzem kann eine Berufskrankheit sein.

Häufige Fragen

Kann ich Handcreme ohne Emulgator selber machen?

Eine Creme mit Wasser nicht – sie trennt sich. Ohne Emulgator bleibt die wasserfreie Handsalbe aus Wachs, Butter und Öl, und die ist für trockene Hände oft ohnehin die bessere Wahl.

Wie lange hält selbst gemachte Handcreme?

Die wasserfreie Salbe mehrere Monate, solange das Öl nicht ranzig riecht. Eine Creme mit Wasser ohne Konservierung nur wenige Tage im Kühlschrank.

Welches Öl ist gut für trockene Hände?

Mandel-, Jojoba-, Sonnenblumen- und Olivenöl eignen sich alle. Wichtiger als die Sorte ist, dass das Öl frisch ist. Olivenöl riecht kräftiger, Jojobaöl ist besonders lange haltbar.

Warum wird meine Salbe körnig?

Sheabutter bildet beim langsamen Abkühlen kleine Kristalle. Das ist harmlos. Stellen Sie den Tiegel nach dem Abfüllen kurz in den Kühlschrank, dann kühlt die Masse schneller ab und bleibt glatter.

Darf ich Kokosöl pur als Handcreme verwenden?

Ja, als einfache Fettpflege für zwischendurch. Es zieht recht schnell ein, wird aber unter etwa 24 °C fest und schützt weniger lange als eine Salbe mit Wachs.