Gläser trüb aus der Spülmaschine: Ursache und Abhilfe

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Kommen Gläser trüb aus der Spülmaschine, steckt fast immer eine von zwei Ursachen dahinter: ein Kalkbelag, der auf dem Glas liegt und sich abwischen lässt, oder Glaskorrosion, bei der die Oberfläche des Glases selbst angegriffen ist. Welche es ist, zeigt ein einfacher Test mit Essig. Kalk bekommen Sie mit wenig Aufwand weg und in Zukunft durch Salz, Klarspüler und die richtige Einstellung in den Griff. Glaskorrosion ist dagegen endgültig – hier lässt sich nur verhindern, dass weitere Gläser betroffen sind.
Der Essigtest: Kalk oder Korrosion?
Nehmen Sie ein trübes Glas und reiben Sie eine Stelle mit einem Tuch ab, das Sie mit Haushaltsessig oder Zitronensäurelösung getränkt haben. Alternativ stellen Sie das Glas für einige Minuten in eine Schüssel mit Essig. Danach mit klarem Wasser abspülen und trocknen.
- Wird die Stelle wieder klar, war es ein Belag, meist Kalk. Das ist die gute Nachricht: Die Gläser sind in Ordnung.
- Bleibt die Trübung, ist es sehr wahrscheinlich Glaskorrosion. Sie fühlt sich oft leicht rau an, zeigt manchmal einen regenbogenartigen Schimmer oder feine Linien und sitzt gleichmäßig auf der ganzen Oberfläche.
Ein weiteres Indiz: Kalk bildet eher weiße Flecken und Tropfenränder, die sich mit dem Fingernagel ertasten lassen. Korrosion wirkt wie ein milchiger Schleier im Glas.
Ursache 1: Kalk und Beläge
Hartes Wasser enthält viel Kalk. Eine Spülmaschine enthärtet es mit einem eingebauten Ionentauscher, der regelmäßig mit Regeneriersalz „aufgeladen“ wird. Fehlt Salz oder ist die Härte zu niedrig eingestellt, bleibt Kalk im Spülwasser und setzt sich beim Trocknen auf Gläsern ab. Der Klarspüler sorgt dafür, dass das Wasser in einem dünnen Film abläuft statt in Tropfen stehen zu bleiben. Ist er leer oder zu niedrig dosiert, entstehen Wasserflecken.
Auch Multitabs haben Grenzen: Die darin enthaltenen Salz- und Klarspülerersatzstoffe reichen bei hartem Wasser oft nicht aus. Ab mittlerer Wasserhärte lohnt es sich meist, trotzdem Salz einzufüllen und Klarspüler zu nutzen. Die Wasserhärte Ihres Wohnorts erfahren Sie beim örtlichen Wasserversorger, meist auf dessen Internetseite.
So werden verkalkte Gläser wieder klar
- Einweichen. Gläser in eine Schüssel mit warmem Wasser und einem kräftigen Schuss Essig oder etwas Zitronensäure stellen, 15 bis 30 Minuten.
- Abreiben. Mit einem weichen Schwamm oder Tuch nacharbeiten. Keine Scheuerseite, die hinterlässt feine Kratzer.
- Klar nachspülen. Mit klarem, warmem Wasser abspülen, damit kein Essiggeruch bleibt.
- Polieren. Mit einem fusselfreien Tuch trocken reiben, dann bleiben keine neuen Tropfenränder.
- Maschine prüfen. Salz nachfüllen, Klarspüler auffüllen und die Härteeinstellung kontrollieren. Sonst ist der Belag nach wenigen Spülgängen wieder da.
Ist die ganze Maschine verkalkt, gehen Sie vor wie im Beitrag Spülmaschine entkalken beschrieben. Allgemeines zu Säuren und Kalk steht unter Entkalken.
Die Wasserhärte richtig einstellen
Die Enthärtungsanlage der Spülmaschine muss auf die Härte Ihres Leitungswassers eingestellt sein. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung, meist über eine Tastenkombination oder ein Menü. Stellen Sie den Wert ein, den Ihr Wasserversorger angibt, nicht „sicherheitshalber“ höher. Eine zu hohe Einstellung macht das Spülwasser weicher als nötig, verbraucht mehr Salz und begünstigt genau das zweite Problem: Glaskorrosion.
Den Klarspüler dosieren Sie über einen Regler am Vorratsbehälter. Faustregel: Bei Wasserflecken und Tropfenrändern etwas höher stellen, bei Schlieren oder einem klebrigen Film auf den Gläsern etwas niedriger.
Ursache 2: Glaskorrosion
Glas ist nicht völlig unangreifbar. Heißes, sehr weiches Wasser und alkalische Spülmittel lösen über viele Spülgänge Bestandteile aus der Oberfläche heraus. Zurück bleibt eine feine, raue Schicht, die das Licht streut – das Glas wirkt trüb. Diese Veränderung ist irreversibel: Kein Hausmittel und kein Spezialreiniger macht ein korrodiertes Glas wieder klar.
Begünstigt wird Glaskorrosion durch:
- sehr weiches Wasser, entweder von Natur aus oder weil die Enthärtung zu hoch eingestellt ist,
- hohe Temperaturen und Intensivprogramme,
- zu viel Reiniger, etwa Pulver nach Gefühl statt nach Dosierangabe,
- lange Standzeiten im warmen, feuchten Innenraum nach Programmende,
- empfindliches Glas: Einfache Gläser und Bleikristall sind anfälliger als Gläser, die der Hersteller als spülmaschinenfest ausweist.
Wie Sie Glaskorrosion vermeiden
Wählen Sie für Gläser ein Programm mit niedriger Temperatur; viele Maschinen haben ein eigenes Glasprogramm oder ein Eco-Programm um 45 bis 50 °C. Dosieren Sie den Reiniger nach Packungsangabe, bei weichem Wasser eher an der unteren Grenze. Viele Tabs und Pulver enthalten einen Glasschutz, der die Korrosion bremst, aber nicht vollständig verhindert. Räumen Sie die Maschine nach dem Programm zügig aus oder öffnen Sie die Tür einen Spalt, damit die Gläser nicht stundenlang im feuchtwarmen Dampf stehen.
Achten Sie beim Nachfüllen darauf, kein Regeneriersalz im Spülraum zu verstreuen. Salz gehört nur in den Salzbehälter; verschüttete Körner wischen Sie weg oder lassen direkt danach ein Programm laufen.
Wertvolle Gläser von Hand spülen. Bleikristall, mundgeblasene oder handbemalte Gläser, Gläser mit Gold- oder Platinrand und Erbstücke gehören nicht in die Spülmaschine, auch wenn einzelne Spülgänge nichts Sichtbares anrichten. Der Schaden summiert sich und lässt sich später nicht mehr beheben.
Weitere Ursachen für stumpfe Gläser
Nicht jede Trübung ist Kalk oder Korrosion. Ein schmieriger Film entsteht, wenn zu viel Klarspüler dosiert ist oder Fett aus der Maschine nicht richtig abgespült wird. Hier hilft es, Sieb und Sprüharme zu reinigen, wie unter Spülmaschine reinigen beschrieben. Ein Film, der sich mit Spülmittel und Wasser entfernen lässt, ist harmlos. Bei Gläsern, die nur an bestimmten Stellen im Korb trüb werden, sind oft verstopfte Düsen am oberen Sprüharm schuld.
Häufige Fragen
Kann man Glaskorrosion rückgängig machen?
Nein. Die Oberfläche des Glases ist angegriffen, und das lässt sich im Haushalt nicht reparieren. Polituren oder Öl können den Effekt kurz überdecken, er kommt aber beim nächsten Spülen zurück. Betroffene Gläser können Sie weiter benutzen, sie sind nicht gesundheitsschädlich.
Warum werden nur manche Gläser trüb?
Gläser unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung. Günstige Gläser und Bleikristall sind oft anfälliger als Gläser, die ausdrücklich als spülmaschinenfest verkauft werden. Auch der Platz im Korb spielt eine Rolle, weil manche Stellen mehr Sprühwasser abbekommen.
Hilft ein Glasprogramm wirklich?
Ja, weil es mit niedrigerer Temperatur spült. Das ist der wichtigste Einzelfaktor bei der Korrosion. Wer kein eigenes Glasprogramm hat, nimmt ein Eco- oder Schonprogramm.
Warum sind die Gläser trotz Tabs mit Salz trüb?
Die Zusätze in Multitabs reichen bei hartem Wasser oft nicht aus. Füllen Sie zusätzlich Regeneriersalz ein und stellen Sie die Wasserhärte an der Maschine korrekt ein. Viele Maschinen haben dafür auch eine Einstellung für Multitabs, die in der Anleitung beschrieben ist.



