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Flur gestalten: Ideen für schmale, dunkle und kleine Flure

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Heller Flur mit Holzboden und Regal
Im Flur zählen Licht, Stauraum und freie Laufwege
Inhalt8 Abschnitte
  1. Regel 1: Der Weg bleibt frei
  2. Regel 2: Flache Möbel statt tiefer Schränke
  3. Regel 3: Helle Wände, ruhiger Boden
  4. Regel 4: Ein Spiegel am richtigen Platz
  5. Regel 5: Licht in zwei Ebenen
  6. Regel 6: Garderobe und Schuhe begrenzen
  7. Schmal, dunkel oder klein: was jeweils hilft
  8. Häufige Fragen

Einen Flur gestalten heißt zuerst, ihn als Weg zu begreifen: Hier wird gegangen, getragen, an- und ausgezogen. Deshalb gilt eine einfache Reihenfolge – erst die freie Laufbreite sichern, dann flache Möbel für Jacken und Schuhe einplanen, zuletzt mit Farbe, Spiegel und Licht für Helligkeit sorgen. Wer sich daran hält, bekommt auch einen schmalen, dunklen oder sehr kleinen Flur in den Griff, ohne einem Trend hinterherzulaufen.

Regel 1: Der Weg bleibt frei

Messen Sie den Flur aus, bevor Sie etwas kaufen: Breite, Länge, Lage aller Türen und die Richtung, in die sie aufschlagen. Zeichnen Sie das als einfachen Grundriss auf.

Als Faustregel sollte zwischen Möbel und gegenüberliegender Wand eine Laufbreite von etwa 90 cm bleiben. Dann kommen Sie auch mit Wäschekorb oder Einkaufstaschen bequem durch, und zwei Personen können sich seitlich aneinander vorbeischieben. In einem kurzen Stück darf es enger werden, als Dauerzustand ist weniger unbequem. Die Rechnung ist schnell gemacht: Bei 1,20 m Flurbreite bleiben für Möbel 30 cm Tiefe, bei 1,10 m nur 20 cm – und bei einem Meter gehört an die Längswand nichts, was tiefer ist als eine Hakenleiste.

Halten Sie außerdem die Schwenkbereiche der Türen frei, ebenso Sicherungskasten, Heizkörper und den Platz direkt hinter der Wohnungstür. Dort müssen Sie stehen können, während die Tür aufgeht.

Regel 2: Flache Möbel statt tiefer Schränke

Im Flur zählt jeder Zentimeter Tiefe mehr als jeder Zentimeter Breite oder Höhe.

  • Schuhschränke mit Kippfächern kommen mit etwa 15 bis 25 cm Tiefe aus, weil die Schuhe schräg stehen. Ein Regal, in dem Schuhe gerade hintereinander stehen, braucht rund 35 cm.
  • Haken und Garderobenleisten tragen etwa 10 cm auf, mit Jacken daran realistisch 20 bis 25 cm. Eine Kleiderstange, an der Bügel quer zur Wand hängen, braucht dagegen ungefähr 60 cm Tiefe – das passt nur in eine Nische.
  • Wandhängende Möbel lassen den Boden sichtbar. Das wirkt großzügiger und macht das Wischen leichter.
  • Hohe statt breite Möbel nutzen die Wand bis zur Decke. Oben lagert, was selten gebraucht wird.
  • Eine schmale Bank oder ein Hocker zum Schuhebinden ist kein Luxus, vor allem mit Kindern oder im Alter. Unter der Bank ist Platz für Körbe.

Geschlossene Fronten sehen ruhiger aus als offene Regale. In einem Raum, den man beim Betreten der Wohnung als Erstes sieht, ist das viel wert.

Regel 3: Helle Wände, ruhiger Boden

Helle Farben werfen mehr Licht zurück als dunkle; in einem Flur ohne Fenster ist das der halbe Erfolg. Es muss kein reines Weiß sein: Gebrochene, warme Helltöne wirken weniger kalt und verzeihen Fingerabdrücke besser. Streichen Sie die Decke heller als die Wände oder im selben Ton, dann wirkt sie höher.

Ein paar bewährte Kniffe:

  • Langer, schmaler Flur: Die kurze Stirnwand am Ende etwas dunkler oder kräftiger streichen. Sie rückt optisch näher, der Flur wirkt weniger wie ein Schlauch.
  • Hoher Altbauflur: Die Decke und einen Streifen der Wand darunter in einem dunkleren Ton absetzen, das senkt die Decke optisch.
  • Boden: Dielen oder Fliesen, die quer zur Laufrichtung liegen, lassen den Flur breiter wirken. Bei vorhandenem Boden übernimmt das ein Läufer mit Querstreifen. Achten Sie auf eine rutschfeste Unterlage und darauf, dass sich die Türen noch darüber öffnen lassen.
  • Empfindliche Zonen: Im Bereich der Garderobe und in Höhe von Taschen und Kinderhänden eine abwaschbare Farbe wählen.

Bilder vertragen sich mit einem Flur gut, solange sie flach sind und nicht in den Weg ragen. Wie eine Hängung geplant wird, steht unter Bilderwand gestalten.

Regel 4: Ein Spiegel am richtigen Platz

Ein Spiegel erfüllt im Flur zwei Aufgaben: der letzte Blick vor dem Gehen und mehr Licht. Um sich ganz zu sehen, genügt rechnerisch ein Spiegel von etwa der halben Körpergröße, wenn er in passender Höhe hängt; bequemer ist ein hohes Modell oder ein Spiegel an einer Schranktür.

Am meisten bewirkt er an einer Längswand: Dort verdoppelt er optisch die Breite. Hängt er gegenüber oder schräg gegenüber einer Zimmertür, durch die Tageslicht fällt, verteilt er dieses Licht im Flur. Am Ende eines langen Flurs verlängert ein Spiegel den Schlauch dagegen noch – dort ist ein Bild die bessere Wahl. Große Spiegel sind schwer; wie Sie sie je nach Wand sicher befestigen, lesen Sie unter Spiegel aufhängen.

Regel 5: Licht in zwei Ebenen

Eine einzelne Deckenleuchte in der Mitte macht einen Flur hell, aber nicht freundlich: Die Wände bleiben dunkel, und vor dem Spiegel steht man im eigenen Schatten. Besser sind zwei Ebenen.

  • Grundlicht von der Decke. In langen Fluren mehrere Leuchten in gleichmäßigem Abstand statt einer starken; flache Leuchten oder Spots, wenn die Decke niedrig ist.
  • Licht an der Wand. Wandleuchten, die nach oben und unten strahlen, hellen Wand und Decke auf und lassen den Flur breiter wirken. Am Spiegel gehört das Licht seitlich oder davor, nicht dahinter.

Warmweißes Licht mit etwa 2.700 bis 3.000 Kelvin passt zum Übergang in die Wohnräume. Ein Bewegungsmelder ist bequem, wenn man mit vollen Händen hereinkommt. Wo Wandauslässe fehlen, helfen Leuchten mit Stecker und Kabelkanal oder Akkuleuchten; neue Leitungen und feste Anschlüsse verlegt die Elektrofachkraft.

Regel 6: Garderobe und Schuhe begrenzen

Der Flur wird nicht durch zu wenig Stauraum unordentlich, sondern durch zu viele Dinge. Legen Sie fest, was hier wohnen darf:

  • je Person zwei bis drei Haken für die Jacken der Saison – alles andere hängt im Kleiderschrank
  • je Person so viele Schuhpaare, wie in den Schuhschrank passen; der Rest wandert in Schlafzimmer oder Keller
  • ein fester Platz für Schlüssel, Post und Kleinkram: Schale, Schlüsselbrett oder schmale Konsole
  • eine Abtropfschale oder Matte für nasse Schuhe, ein Schirmständer in der Ecke
  • Haken in Kinderhöhe, damit Kinder ihre Jacken selbst aufhängen können
  • für Besuch ein paar freie Haken oder eine Leiste an der Tür

Beim Wechsel der Jahreszeit tauschen Sie durch. Der Anlass eignet sich gut, um auszusortieren; Anregungen dazu gibt der Beitrag Kleiderschrank ausmisten.

Schmal, dunkel oder klein: was jeweils hilft

FlurtypHauptproblemwas hilft
Schmaler Flurkein Platz für Möbeltiefenur eine Seite möblieren, Haken und Kippfach-Schuhschrank, Spiegel an der Längswand, Boden oder Läufer quer, Stirnwand dunkler
Dunkler Flurkein Tageslichthelle Wände und Decke, Licht an Decke und Wand, Spiegel gegenüber einer Zimmertür, Zimmertüren mit Glasausschnitt, helle Möbelfronten
Kleiner Flurwenig Wandfläche, viele Türeneine einzige Garderobenwand planen, in die Höhe bauen, Hakenleiste hinter oder an der Tür, Bank mit Stauraum, wenig auf dem Boden

Im schmalen Flur ist die wichtigste Entscheidung, eine Längswand ganz frei zu lassen. Zwei gegenüberliegende Möbelreihen machen aus jedem Flur einen Gang im Lagerraum.

Im dunklen Flur bringt eine Tür mit Glasfüllung zum Wohnzimmer oder zur Küche mehr als jede Lampe am Tag. In der Mietwohnung fragen Sie vorher den Vermieter und bewahren die alten Türblätter auf.

Im kleinen Flur, oft kaum mehr als ein Quadrat mit vier Türen, bleibt meist nur ein Stück Wand. Planen Sie es von unten nach oben: Schuhe, Sitzplatz oder Ablage, Haken, darüber ein Fach für Mützen und Schals. Was dort nicht hineinpasst, braucht einen anderen Platz in der Wohnung.

Häufige Fragen

Welche Farbe eignet sich für einen Flur ohne Fenster?

Helle, warme Töne mit matter oder seidenmatter Oberfläche. Sie werfen das Kunstlicht gut zurück, ohne zu blenden. Dunkle Farben sind möglich, brauchen aber deutlich mehr Licht und wirken nur, wenn der Flur sonst sehr aufgeräumt ist.

Wie breit muss ein Flur mindestens sein, damit eine Garderobe hineinpasst?

Rechnen Sie rückwärts: etwa 90 cm Laufbreite plus Möbeltiefe. Für eine Hakenleiste mit Jacken reichen also rund 1,10 bis 1,15 m, für einen flachen Schuhschrank ebenfalls. Ist der Flur schmaler, weichen Sie auf eine Nische, die Stirnwand oder die Rückseite einer Tür aus.

Wohin mit den Schuhen, wenn kein Platz für einen Schuhschrank ist?

In einen Kippfach-Schrank mit geringer Tiefe, auf ein schmales Wandregal über Kopfhöhe für selten getragene Paare oder in Körbe unter einer Bank. Im Flur bleiben nur die Paare, die täglich getragen werden.

Wie wirkt ein langer Flur weniger wie ein Schlauch?

Gliedern Sie ihn: Stirnwand farbig absetzen, mehrere Leuchten statt einer, ein Läufer mit Querstreifen, Bilder oder ein Spiegel an der Längswand. Auch eine Garderobe, die nur ein Drittel der Länge einnimmt, teilt den Raum in Zonen.

Darf im Hausflur vor der Wohnungstür etwas stehen?

Das ist eine andere Frage als die Gestaltung des eigenen Flurs. Treppenhäuser sind Fluchtwege; was dort stehen darf, regeln Hausordnung, Mietvertrag und Brandschutzvorgaben. Fragen Sie im Zweifel die Hausverwaltung.