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Blasen am Fuß: richtig versorgen und vermeiden

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Füße in Wanderschuhen und hochgezogenen Socken liegen im Gras zwischen Löwenzahn
Gut eingelaufene Schuhe und trockene Socken sind der beste Schutz vor Blasen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie eine Blase entsteht
  2. Welche Blase braucht welche Versorgung?
  3. Geschlossene Blase: abdecken und schützen
  4. Große, pralle Blase: aufstechen oder nicht?
  5. Offene Blase versorgen
  6. Was bringt es wirklich – und wie lange dauert es?
  7. Blasen vorbeugen
  8. Wann zum Arzt?
  9. Häufige Fragen

Blasen am Fuß entstehen durch Reibung, Druck und Feuchtigkeit – typischerweise in neuen Schuhen oder auf langen Wegen. Die wichtigste Regel für die Versorgung: Eine geschlossene Blase bleibt zu und wird mit einem Blasenpflaster geschützt, eine offene wird gereinigt und abgedeckt. In aller Regel heilt die Stelle innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst.

Wie eine Blase entsteht

Reibt der Schuh immer wieder über dieselbe Stelle, verschieben sich die oberen Hautschichten gegeneinander, bis sie sich voneinander lösen. In den Spalt läuft Gewebeflüssigkeit – die Blase ist da. Sie ist ein Polster, das die empfindliche Haut darunter schützt, während sich neue Haut bildet. Feuchte Haut ist weicher und reibt stärker; deshalb kommen Blasen besonders gern bei Wärme, in verschwitzten Socken und nach Regen.

Meist kündigt sich die Blase an: Die Stelle wird heiß, rot und brennt. Wer in diesem Moment anhält und abklebt, erspart sich den Rest.

Welche Blase braucht welche Versorgung?

ZustandWas tunWas lassen
Heiße, rote Stelle, noch keine Blasesofort Tape oder Pflaster darüber, Socken wechseln, Schuh prüfenweiterlaufen und hoffen
Kleine, geschlossene BlaseBlasenpflaster oder Polsterpflaster, entlastenaufstechen, drücken
Große, pralle Blase an belasteter Stelleentlasten; Anstechen nur unter sauberen Bedingungen oder durch Fachleuteaufschneiden, Haut abziehen
Offene Blasereinigen, desinfizieren, abdecken, Blasendach liegen lassenHaut abreißen, Puder oder Hausmittel in die Wunde
Blutblaseschützen und in Ruhe lassenöffnen

Geschlossene Blase: abdecken und schützen

Solange das Blasendach heil ist, ist die Wunde darunter steril verpackt. Stechen Sie eine geschlossene Blase deshalb möglichst nicht auf – jede Öffnung ist eine Eintrittspforte für Keime. So gehen Sie vor:

  1. Haut säubern und trocknen. Die Umgebung der Blase muss sauber, trocken und fettfrei sein, sonst hält kein Pflaster.
  2. Blasenpflaster aufkleben. Das Pflaster kurz in der Hand anwärmen, faltenfrei aufsetzen und die Ränder gut andrücken. Es soll die Blase rundum deutlich überragen.
  3. Pflaster dranlassen. Blasenpflaster bleiben auf der Haut, bis sie sich von selbst lösen – oft mehrere Tage. Vorzeitiges Abziehen kann das Blasendach mitreißen.
  4. Druck wegnehmen. Andere Schuhe anziehen, zu Hause barfuß oder in offenen Schuhen laufen.

Blasenpflaster bestehen aus einem gelartigen Material (Hydrokolloid), das polstert, die Reibung auffängt und die Stelle feucht hält. Ist keines zur Hand, hilft ein normales Pflaster mit Wundauflage; bei Blasen an der Ferse lässt sich aus einem dicken Filzring oder mehreren Pflasterlagen ein Polster bauen, das die Blase in der Mitte ausspart.

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Große, pralle Blase: aufstechen oder nicht?

Hier sind sich die Fachleute nicht ganz einig. Die Apotheken Umschau rät grundsätzlich davon ab, eine geschlossene Blase zu öffnen. Andere Quellen – etwa Hautärzte im Apothekenportal aponet.de – halten es bei großen, stark spannenden Blasen an belasteten Stellen für vertretbar, die Flüssigkeit abzulassen, weil die Blase sonst unter Druck unkontrolliert aufreißt. Einig sind sich alle in drei Punkten: nur unter sauberen Bedingungen, die Haut über der Blase bleibt erhalten, und im Zweifel macht es jemand vom Fach.

Wer unterwegs keine andere Wahl sieht, hält sich an das dort beschriebene Vorgehen:

  1. Hände waschen und desinfizieren. Die Blase und ihre Umgebung mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln.
  2. Steriles Werkzeug nehmen. Empfohlen wird eine sterile Einmalkanüle aus der Apotheke. Eine über dem Feuerzeug „ausgeglühte“ Nähnadel ist kein gleichwertiger Ersatz.
  3. Am Rand flach anstechen. Ein bis zwei kleine Einstiche am unteren Rand genügen; die Flüssigkeit mit einer sterilen Kompresse sanft herausdrücken.
  4. Blasendach liegen lassen. Nicht aufschneiden, nicht abziehen. Die Haut legt sich als natürlicher Verband auf die Wunde.
  5. Erneut desinfizieren und abdecken. Mit einem sterilen Pflaster oder einem Blasenpflaster verschließen und die Stelle in den nächsten Tagen beobachten.

Blutblasen, Blasen nach Verbrennungen und Blasen, deren Inhalt trüb oder gelblich ist, öffnen Sie nicht selbst. Dasselbe gilt für alle, die unter „Wann zum Arzt?“ genannt sind.

Offene Blase versorgen

Ist die Blase von selbst aufgegangen, liegt eine nässende, brennende Wunde frei.

  1. Reinigen. Mit klarem, lauwarmem Leitungswasser abspülen; Schmutz und Sockenfusseln vorsichtig entfernen.
  2. Desinfizieren. Ein Wunddesinfektionsmittel aus der Apotheke aufsprühen und trocknen lassen.
  3. Hautlappen erhalten. Liegt das Blasendach noch auf, bleibt es dort. Nur schmutzige, lose Fetzen mit einer desinfizierten Schere abschneiden.
  4. Abdecken. Ein steriles Pflaster mit Wundauflage, die nicht verklebt, oder – auf sauberer Wunde – ein Blasenpflaster.
  5. Täglich kontrollieren. Normale Pflaster täglich wechseln, Blasenpflaster nur dann, wenn sie sich lösen oder sich darunter Flüssigkeit staut.

Puder, Zahnpasta, Honig, Teebaumöl oder Schnaps haben in der offenen Wunde nichts zu suchen. Auch Salben nur, wenn Arzt oder Apotheke sie empfohlen haben.

Was bringt es wirklich – und wie lange dauert es?

Das Blasenpflaster heilt nicht, es schützt: Es nimmt Druck und Reibung weg, sodass die Haut darunter in Ruhe neu wachsen kann. Bei einer geschlossenen Blase nimmt der Körper die Flüssigkeit meist innerhalb einiger Tage wieder auf, die abgehobene Haut trocknet ein und löst sich später. Eine offene Blase braucht eher ein bis zwei Wochen. Schneller geht es mit nichts – langsamer mit weiterem Reiben im selben Schuh.

Blasen vorbeugen

  • Schuhe einlaufen. Neue Schuhe erst stundenweise tragen, nie zum ersten Mal auf einer langen Strecke. Am besten nachmittags kaufen, wenn die Füße etwas dicker sind.
  • Passform prüfen. Die Ferse darf nicht rutschen, die Zehen brauchen vorn Platz. Nähte und umgeknickte Einlegesohlen sind häufige Auslöser.
  • Richtig schnüren. Der Fuß soll fest sitzen, ohne dass etwas drückt.
  • Socken wählen. Glatt sitzende, nahtarme Socken ohne Falten. Baumwolle saugt sich voll und bleibt nass; auf längeren Touren sind Wander- oder Sportsocken aus Wolle oder Funktionsfasern im Vorteil. Wechselsocken mitnehmen.
  • Füße trocken halten. In Pausen Schuhe aus, Füße lüften. Wer stark schwitzt, findet Hilfe im Beitrag über Schweißfüße.
  • Bekannte Stellen abkleben. Tape oder ein glattes Pflaster auf Ferse, Ballen oder Zehen, faltenfrei geklebt, bevor es losgeht.
  • Früh reagieren. Bei der ersten heißen Stelle anhalten, Steinchen und Falten beseitigen, abkleben.

Hornhaut an den Füßen ist dabei kein Feind: Eine dünne, geschmeidige Schicht schützt. Dicke, harte Schwielen dagegen können selbst drücken und einreißen – mehr dazu unter Hornhaut entfernen. Ein warmes Fußbad tut nach der Tour gut, aber nur bei geschlossener Haut; Rezepte stehen unter Fußbad selber machen. Nasse Wanderschuhe trocknen Sie am besten wie unter stinkende Schuhe beschrieben.

Wann zum Arzt?

Eine Blase ist meist harmlos. Ärztlich ansehen lassen sollten Sie sie, wenn

  • die Umgebung zunehmend rot, warm, geschwollen und schmerzhaft wird,
  • Eiter austritt oder der Blaseninhalt trüb-gelb ist,
  • ein roter Streifen vom Fuß das Bein hinaufzieht, Lymphknoten anschwellen oder Fieber dazukommt – dann noch am selben Tag,
  • die Wunde nach etwa einer Woche nicht deutlich besser ist,
  • Blasen ohne Reibung auftreten, immer wiederkommen oder an mehreren Körperstellen zugleich entstehen,
  • Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen, Empfindungsstörungen an den Füßen oder eine Immunschwäche haben: Dann gehört auch eine kleine Blase in die Praxis, und selbst aufgestochen wird nichts.

Denken Sie bei offenen Wunden außerdem an den Tetanus-Impfschutz; Ihre Hausarztpraxis kann im Impfpass nachsehen.

Häufige Fragen

Soll man Blasen am Fuß aufstechen?

Im Normalfall nein. Die geschlossene Blase schützt die Wunde vor Keimen und heilt unter einem Blasenpflaster von selbst. Nur bei großen, prallen Blasen an Stellen, die weiter belastet werden müssen, kann vorsichtiges, steriles Anstechen sinnvoll sein – und dann bleibt die Haut darüber erhalten.

Wie lange bleibt ein Blasenpflaster drauf?

Bis es sich von allein löst, meist nach einigen Tagen. Es hält auch beim Duschen. Wer es vorher abzieht, reißt leicht die schützende Haut mit ab.

Blase offen: an der Luft heilen lassen oder abdecken?

Abdecken. Im Schuh ist eine offene Blase Reibung und Schmutz ausgesetzt. Zu Hause darf sie zwischendurch ohne Schuh und Socke an die Luft, solange nichts daran scheuert und sie sauber bleibt.

Was hilft schnell, wenn man weiterlaufen muss?

Blasenpflaster faltenfrei aufkleben, bei Bedarf mit Tape am Rand sichern, trockene Socken anziehen und die Schnürung anpassen. Ein Polsterring um die Blase nimmt zusätzlich Druck weg.

Helfen zwei Paar Socken gegen Blasen?

Manchen ja: Die Reibung findet dann zwischen den beiden Sockenlagen statt und nicht auf der Haut. Voraussetzung ist, dass der Schuh dafür weit genug ist und die dünne Innensocke glatt sitzt – sonst entstehen neue Druckstellen.