Wasserdruck zu niedrig: Ursachen und was Sie tun können

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Ist der Wasserdruck zu niedrig, entscheidet eine einzige Frage über den weiteren Weg: Läuft das Wasser nur an einem Hahn schwach oder in der ganzen Wohnung? Im ersten Fall sitzt die Ursache fast immer an der Zapfstelle selbst und lässt sich in einer Viertelstunde beheben. Im zweiten Fall liegt sie in der Hausinstallation oder im Netz, und dann sind Vermieter, Fachbetrieb oder Wasserversorger gefragt.
Erst eingrenzen: drei schnelle Prüfungen
- Alle Zapfstellen vergleichen. Drehen Sie nacheinander Küche, Waschbecken, Dusche und Wanne voll auf. Ist nur eine Stelle schwach, ist die Sache eingegrenzt.
- Kalt und warm getrennt prüfen. Läuft nur das warme Wasser schwach, liegt es an der Warmwasserseite: am Eckventil für Warmwasser, am Durchlauferhitzer oder Boiler oder an der Armatur.
- Nachbarn fragen. Ist es bei ihnen genauso, ist das Haus oder das Versorgungsnetz betroffen. Haben die Nachbarn normalen Druck, liegt die Ursache in Ihrer Wohnung.
Notieren Sie außerdem, ob das Problem plötzlich aufgetreten ist oder schleichend, und ob es zu bestimmten Tageszeiten schlimmer ist. Diese Angaben helfen später dem Vermieter oder Installateur.
| Anzeichen | wahrscheinliche Ursache | was tun |
| ein Wasserhahn läuft schwach oder spritzt schief | Perlator verkalkt | abschrauben, reinigen |
| nur die Dusche ist schwach | Brause verkalkt, Schlauch geknickt oder innen zugesetzt | entkalken, Schlauch tauschen |
| ein Hahn schwach, Perlator sauber | Eckventil nicht ganz offen oder zugesetzt | ganz öffnen, sonst Fachbetrieb |
| nur warmes Wasser schwach | Warmwasser-Eckventil, Sieb am Durchlauferhitzer, Kartusche | Eckventil prüfen, sonst Vermieter oder Fachbetrieb |
| ganze Wohnung, plötzlich | Absperrventil halb zu, Arbeiten am Netz, Filter zugesetzt | Absperrung prüfen, Nachbarn fragen, Vermieter |
| ganze Wohnung, schleichend über Jahre | Hauswasserfilter, Druckminderer, verengte alte Leitungen | Vermieter oder Fachbetrieb |
| nur zu Stoßzeiten, vor allem in oberen Stockwerken | Druck reicht bei gleichzeitigem Verbrauch nicht | dokumentieren, Vermieter |
Nur eine Zapfstelle betroffen: das können Sie selbst
Perlator am Wasserhahn
Der Strahlregler am Auslauf ist die häufigste Engstelle. In seinem feinen Sieb sammeln sich Kalk und Sandkörner, besonders nach Arbeiten an der Leitung. Schrauben Sie ihn ab und drehen Sie den Hahn kurz ohne ihn auf. Kommt jetzt ein kräftiger Strahl, haben Sie die Ursache gefunden. Die Anleitung zum Entkalken und zur richtigen Größe steht unter Perlator reinigen und wechseln.
Brause und Duschschlauch
Schrauben Sie die Handbrause vom Schlauch und lassen Sie das Wasser aus dem offenen Schlauch laufen. Ist der Strahl kräftig, sitzt die Brause zu; dann hilft Duschkopf entkalken. Ist auch der offene Schlauch schwach, schrauben Sie ihn an der Armatur ab und prüfen dort. Alte Schläuche lösen sich innen auf oder knicken unter der Ummantelung; dann wird der Duschschlauch gewechselt. Sitzt im Anschluss ein kleiner Durchflussbegrenzer oder haben Sie einen Sparduschkopf, ist der schwächere Strahl gewollt – mehr dazu unter Sparduschkopf.
Eckventil
Unter Waschbecken und Spüle sitzen die Eckventile, kleine Absperrhähne für kalt und warm. Nach einer Reparatur bleiben sie manchmal halb geschlossen. Drehen Sie den Griff vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag auf. Wenden Sie keine Gewalt an: Jahrelang unbewegte Eckventile sitzen fest, und ein abgebrochenes oder danach tropfendes Ventil ist ärgerlicher als wenig Druck. Lässt es sich nicht bewegen oder bleibt der Durchfluss trotz offenem Ventil gering, ist es innen verkalkt und sollte von einem Fachbetrieb getauscht werden.
Armatur und Geräte
Bei Einhebelmischern kann die Kartusche verkalken, bei Thermostatarmaturen sitzen kleine Schmutzfangsiebe in den Anschlüssen. Beides lässt sich reinigen oder tauschen, verlangt aber, dass das Wasser abgestellt wird; in der Mietwohnung ist das eine Sache für den Vermieter. Zieht nur die Waschmaschine zu langsam Wasser, sind meist die Siebe im Zulaufschlauch zugesetzt; die Schritte stehen unter Waschmaschine zieht kein Wasser.
Die ganze Wohnung ist betroffen
Absperrventil der Wohnung
In der Wohnung, oft im Bad, in der Küche oder in einem Schacht bei den Wasserzählern, sitzen die Absperrventile für kalt und warm. Nach Arbeiten im Haus werden sie gelegentlich nicht wieder ganz geöffnet. Ein Blick darauf ist erlaubt und sinnvoll. Auch hier gilt: von Hand und ohne Kraft, im Zweifel den Hausmeister bitten.
Druckminderer und Hauswasserfilter
Hinter dem Hauptwasserzähler im Keller sitzen in den meisten Häusern ein Filter, der Schmutzpartikel aus dem Netz zurückhält, und ein Druckminderer, der den Netzdruck auf einen gleichmäßigen Wert für das Haus herunterregelt. Üblich sind Einstellungen um 3 bis 4 bar; oft zeigt ein kleines Manometer den Wert an.
Beide Bauteile können den Druck im ganzen Haus drosseln: der Filter, wenn er lange nicht rückgespült oder sein Einsatz nicht gewechselt wurde, der Druckminderer, wenn er zu niedrig eingestellt, verschmutzt oder defekt ist. Als Mieter stellen Sie dort nichts ein. Die Anlage gehört zum Haus, ein falsch eingestellter Druckminderer kann Geräte und Sicherheitsventile in anderen Wohnungen belasten, und die Wartung ist Aufgabe des Eigentümers. Eigentümer lassen die Einstellung am besten bei der regelmäßigen Wartung vom Installateur prüfen.
Alte, verengte Leitungen
In Häusern mit verzinkten Stahlrohren wachsen die Leitungen über Jahrzehnte von innen mit Rost und Kalk zu. Typisch ist ein Druck, der über Jahre nachlässt, bräunliches Wasser nach längerem Stillstand und ein Strahl, der sofort einbricht, wenn irgendwo ein zweiter Hahn geöffnet wird. Dagegen hilft keine Reinigung an der Zapfstelle; ob saniert wird, entscheidet der Eigentümer.
Versorger und Netz
Rohrbrüche, Spülungen und Bauarbeiten im Netz senken den Druck vorübergehend für ganze Straßenzüge. Viele Versorger melden solche Arbeiten auf ihrer Internetseite oder haben eine Störungsnummer; sie steht auf der Wasserrechnung. Der Versorger kann auch Auskunft geben, welcher Druck am Hausanschluss normalerweise anliegt. In hohen Gebäuden reicht der Netzdruck für die oberen Stockwerke manchmal nicht aus; dann braucht das Haus eine Druckerhöhungsanlage, und auch das ist Sache des Eigentümers.
Durchfluss messen und dem Vermieter melden
„Zu wenig Druck“ ist ein Gefühl; eine Zahl überzeugt mehr. Den Druck selbst können Sie ohne Manometer nicht messen, wohl aber den Durchfluss.
- Perlator abschrauben oder die Wanne ohne Brause nutzen, damit keine Engstelle die Messung verfälscht.
- Kaltwasser voll aufdrehen und die Zeit stoppen, bis ein 10-Liter-Eimer voll ist.
- Umrechnen. 600 geteilt durch die Sekunden ergibt die Liter je Minute. Ein Eimer in 60 Sekunden sind 10 Liter je Minute.
- Wiederholen zu verschiedenen Tageszeiten und einmal, während in der Wohnung ein zweiter Hahn läuft.
Als grobe Orientierung: An einem Wannenauslauf ohne Brause sind deutlich über 10 Liter je Minute üblich. Kommen nur wenige Liter, ist das ein handfester Befund. Schicken Sie dem Vermieter die Messwerte mit Datum und Uhrzeit, der Angabe, welche Zapfstellen betroffen sind, und dem Hinweis, ob Nachbarn dasselbe beobachten. Welche Ansprüche sich daraus ergeben, hängt vom Einzelfall ab; im Streit beraten Mieterverein oder Rechtsanwalt.
Wann es eilig ist
Fällt der Druck plötzlich stark ab und Sie hören irgendwo Wasser rauschen, obwohl nichts läuft, oder zeigen sich feuchte Stellen an Wand oder Decke, kann ein Rohr gebrochen sein. Dann sofort die Hauptabsperrung schließen und so vorgehen, wie unter Wasserschaden: was tun? beschrieben.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte der Wasserdruck im Haus sein?
Hinter dem Druckminderer sind in Wohnhäusern meist etwa 3 bis 4 bar eingestellt. Den genauen Wert legt der Installateur passend zu Gebäudehöhe und Geräten fest; der Netzdruck davor ist je nach Ort unterschiedlich.
Kann ich den Wasserdruck selbst erhöhen?
An der Zapfstelle ja, indem Sie Perlator, Brause und Schlauch von Kalk befreien und die Eckventile ganz öffnen. Den Druck im Haus stellt nur der Druckminderer ein, und der gehört in die Hand des Eigentümers oder eines Fachbetriebs.
Warum ist der Wasserdruck nur beim warmen Wasser niedrig?
Dann liegt die Engstelle auf der Warmwasserseite: ein halb geschlossenes Eckventil, ein verschmutztes Sieb am Durchlauferhitzer, ein verkalkter Boiler oder eine verkalkte Kartusche in der Armatur. Kalk fällt vor allem dort aus, wo Wasser erhitzt wird.
Warum ist der Druck im Obergeschoss schwächer als im Erdgeschoss?
Je zehn Meter Höhe gehen etwa 1 bar Druck verloren. In oberen Stockwerken kommt deshalb immer weniger an, und wenn unten gleichzeitig viel Wasser läuft, fällt es besonders auf.
Hilft ein Duschkopf für niedrigen Wasserdruck?
Brausen mit wenigen, engen Düsen machen aus wenig Wasser einen festeren Strahl. Sie verbessern das Duschgefühl, beheben aber die Ursache nicht. Klären Sie zuerst, warum der Druck fehlt.



