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Rollläden reinigen: außen, innen und der Rollladenkasten

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Zwei Fenster mit heruntergelassenen braunen Rollläden in einer Klinkerfassade
Rollläden reinigt man von oben nach unten und ohne Hochdruck
Inhalt10 Abschnitte
  1. Kunststoff oder Aluminium?
  2. Was Sie brauchen
  3. Außenseite reinigen: Schritt für Schritt
  4. Innenseite und Lichtschlitze
  5. Führungsschienen: sauber, aber trocken
  6. Rollladenkasten: nur absaugen
  7. Grünbelag, Vergilbung und hartnäckiger Schmutz
  8. Typische Fehler
  9. Wie oft?
  10. Häufige Fragen

Rollläden reinigen Sie mit lauwarmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm oder einer weichen Bürste: Panzer herunterlassen, trocken abkehren, von oben nach unten abwaschen, mit klarem Wasser nachwischen und trocknen lassen, bevor er wieder hochgezogen wird. Dazu kommen die Führungsschienen und, mit dem Staubsauger, der Rollladenkasten. Kunststoff und Aluminium vertragen dieselbe milde Behandlung, aber beide keine Scheuermittel.

Kunststoff oder Aluminium?

Die Lamellen, zusammen Panzer oder Behang genannt, bestehen meist aus Kunststoff (PVC) oder aus Aluminium, das mit Hartschaum gefüllt und außen lackiert ist. Unterscheiden lässt sich das am Gewicht und am Klang: Kunststoff klingt beim Klopfen hohl und dumpf, Aluminium härter und metallisch.

MaterialEigenheiten bei der Reinigung
KunststoffUnempfindlich gegen Wasser, aber weich: Scheuermittel und harte Bürsten rauen die Oberfläche auf. Kann mit den Jahren vergilben und spröde werden; Lösemittel greifen das Material an.
AluminiumFormstabil, die Farbe sitzt als Lackschicht auf dem Metall. Kratzer gehen durch den Lack; stark saure und stark alkalische Reiniger können ihn stumpf machen.
Holz (selten, ältere Häuser)Nur leicht feucht wischen, Anstrich prüfen und bei Bedarf erneuern.

Für beide gängigen Materialien ist Spülmittelwasser das richtige Mittel. Spezielle Kunststoffreiniger braucht es nur bei alten, hartnäckig vergrauten PVC-Lamellen.

Was Sie brauchen

  • Handfeger oder Staubsauger mit Bürstenaufsatz
  • Eimer mit lauwarmem Wasser und einem Spritzer Spülmittel, dazu einen zweiten mit klarem Wasser
  • weichen Schwamm, Mikrofasertuch oder eine weiche Waschbürste, bei Bedarf mit Teleskopstiel
  • Pinsel oder alte Zahnbürste für Schienen und Lichtschlitze
  • standsichere Leiter oder Tritt für hohe Fenster im Erdgeschoss

Es gibt auch Rollladenbürsten, die mehrere Lamellen gleichzeitig umfassen. Sie sparen bei vielen Fenstern Zeit, nötig sind sie nicht.

Außenseite reinigen: Schritt für Schritt

  1. Rollladen ganz herunterlassen. Die Lamellen liegen dann dicht aufeinander und bilden eine geschlossene Fläche.
  2. Trocken vorreinigen. Spinnweben, Blütenstaub, Vogelkot-Krusten und losen Staub mit dem Handfeger abkehren oder absaugen. Angetrockneten Vogelkot vorher mit einem nassen Tuch einweichen, nicht abkratzen.
  3. Von oben nach unten abwaschen. Mit Schwamm oder Bürste und Spülmittelwasser in waagerechten Zügen an den Lamellen entlangarbeiten. So läuft das Schmutzwasser über Flächen, die ohnehin noch drankommen.
  4. Lichtschlitze öffnen. Den Rollladen ein kleines Stück anheben, bis sich die Schlitze zwischen den Lamellen zeigen. Jetzt kommen Sie mit Pinsel oder Tuch an die Stege, in denen sich der meiste Schmutz hält.
  5. Klar nachspülen. Mit frischem Wasser und einem sauberen Schwamm nachwischen oder mit der Gießkanne beziehungsweise dem Gartenschlauch bei weichem Strahl abspülen. Nicht von unten nach oben in den Kasten spritzen.
  6. Trocknen lassen. Erst wenn der Panzer trocken ist, wieder hochziehen. Ein nass aufgewickelter Rollladen bringt Feuchtigkeit in den Kasten, wo sie schlecht abtrocknet.

Im Erdgeschoss und am Balkon erreichen Sie die Außenseite von draußen. Im Obergeschoss ist das die eigentliche Schwierigkeit: Lehnen Sie sich nicht aus dem Fenster. Bei Fenstern, deren Flügel sich nach innen öffnen, lässt sich der Rollladen abschnittsweise absenken und der jeweils erreichbare Teil mit einer Bürste am Stiel durch die Fensteröffnung bearbeiten – soweit das mit sicherem Stand geht. Was darüber hinausgeht, ist Arbeit für einen Gebäudereiniger.

Innenseite und Lichtschlitze

Die Innenseite ist einfacher: Rollladen herunterlassen, Fenster öffnen, die Fläche liegt direkt vor Ihnen. Sie ist meist weniger verwittert, dafür staubig und voller Spinnweben und Insektenreste. Trocken abkehren, feucht abwischen, klar nachwischen. Auf die Fensterbank gehört dabei ein altes Handtuch. Die Scheibe putzen Sie danach, sonst spritzt Schmutzwasser auf das saubere Glas; die Reihenfolge erklärt der Beitrag Fenster putzen.

Führungsschienen: sauber, aber trocken

In den seitlichen Schienen läuft der Panzer in Bürsten- oder Gummieinlagen. Dort sammeln sich Sand, Laub und Insektennester, und genau das macht Rollläden schwergängig und laut. Fegen Sie die Schienen mit einem Pinsel von oben nach unten aus oder saugen Sie sie ab, dann mit einem feuchten Tuch um einen Holzspatel gewickelt auswischen.

Öl, Fett und Kriechöl gehören nicht in die Führungsschiene. Sie binden Staub zu einer zähen Schmiere, die den Lauf nach kurzer Zeit verschlechtert und Kunststoffeinlagen angreifen kann. Läuft der Rollladen nach dem Reinigen noch immer schwer, hakt oder hängt schief, liegt es eher an Lamellen, Welle oder Gurtwickler – das ist ein Fall für den Rollladenbauer, nicht für mehr Kraft am Gurt.

Rollladenkasten: nur absaugen

Der Kasten über dem Fenster lässt sich je nach Bauart von innen über einen Revisionsdeckel oder von außen öffnen. Reinigen müssen Sie ihn selten; ein Blick alle ein bis zwei Jahre genügt. Saugen Sie Staub, Laub und Spinnweben mit dem Staubsauger heraus, mehr nicht. Wasser, feuchte Tücher und Reinigungsmittel haben im Kasten nichts verloren: Dort sitzen Dämmung, Welle, Lager und bei motorisierten Rollläden der Antrieb samt Anschlussleitung. Bei elektrischen Anlagen den Rollladen bei geöffnetem Kasten nicht fahren lassen und Antrieb und Leitungen nicht berühren; alles, was über Absaugen hinausgeht, macht der Fachbetrieb.

Den Deckel setzen Sie danach wieder dicht ein, denn ein undichter Kasten zieht und kühlt die Wand aus. Dunkle Flecken an der Dämmung oder am Deckel deuten auf Feuchtigkeit hin und sollten abgeklärt werden.

Finden Sie im Kasten ein Wespennest oder fliegen im Sommer Wespen an der Gurtdurchführung ein und aus, lassen Sie den Deckel zu und den Staubsauger weg. Was dann zu tun ist und was verboten ist, steht unter Wespen im Rollladenkasten.

Grünbelag, Vergilbung und hartnäckiger Schmutz

An Nord- und Wetterseiten setzt sich auf den Lamellen ein grüner Film aus Algen an. Er sitzt nur auf der Oberfläche und geht mit Spülmittelwasser, einer weichen Bürste und etwas Geduld ab; einweichen lassen hilft mehr als Schrubben. Biozide Grünbelagentferner sind für Rollläden in der Regel unnötig und gehören, wenn überhaupt, nur nach Etikett verwendet.

Grauer Straßenschmutz auf weißem Kunststoff braucht manchmal einen zweiten Durchgang oder einen Kunststoffreiniger für PVC-Fenster und -Rollläden, vorher an einer unauffälligen Lamelle getestet. Ein gleichmäßiger Gelbstich alter Kunststofflamellen ist dagegen Materialalterung durch Sonnenlicht und lässt sich nicht wegputzen – dasselbe gilt für Fensterprofile, siehe Fensterrahmen reinigen.

Typische Fehler

  • Hochdruckreiniger auf die Lamellen. Der Strahl drückt Wasser durch die Lichtschlitze, in Führungsschienen und Kasten, kann Lamellen verformen und Lack ablösen.
  • Scheuermilch, Schmutzradierer, Topfschwamm. Die Oberfläche wird matt und nimmt Schmutz schneller wieder an.
  • Lösemittel und scharfe Reiniger. Aceton, Verdünnung, Backofen- und Chlorreiniger greifen Kunststoff und Lack an.
  • Nass hochziehen. Feuchtigkeit im Kasten trocknet schlecht.
  • In praller Sonne putzen. Die Lauge trocknet an und hinterlässt Streifen.
  • Bei Frost bewegen. Sind die Lamellen angefroren, nicht mit Gewalt ziehen und den Motor nicht dagegen arbeiten lassen.

Wie oft?

Ein- bis zweimal im Jahr reicht für die meisten Häuser, am besten im Frühjahr nach dem Pollenflug und im Herbst. An stark befahrenen Straßen, unter Bäumen und an der Küste sammelt sich mehr an. Sinnvoll ist ein gemeinsamer Durchgang: erst Rollladen, dann Fliegengitter, Rahmen und zum Schluss das Glas. Innenliegender Sonnenschutz hat eigene Regeln; Lamellen und Rollos behandelt der Beitrag Jalousien reinigen.

Häufige Fragen

Wie reinigt man Rollläden von außen im Obergeschoss?

Nur so weit, wie es mit sicherem Stand im Zimmer geht: bei nach innen geöffnetem Fenster den Rollladen abschnittsweise absenken und mit einer Bürste am Stiel bearbeiten. Nicht hinauslehnen und nicht auf die Fensterbank steigen. Für alles andere ist ein Gebäudereiniger die richtige Wahl.

Darf ich Rollläden mit dem Hochdruckreiniger säubern?

Auf die Lamellen sollte der Strahl nicht gerichtet werden. Er presst Wasser durch die Schlitze in Schienen und Kasten und kann Lamellen und Lack beschädigen. Gartenschlauch oder Gießkanne mit weichem Strahl genügen zum Nachspülen.

Womit schmiert man die Führungsschienen?

Am besten gar nicht. Saubere, trockene Schienen laufen in der Regel leicht. Öl und Fett verkleben mit Staub. Manche Hersteller lassen ein trockenes Gleitmittel zu; das steht dann in der Anleitung.

Kann man den Rollladenkasten selbst reinigen?

Absaugen ja, sofern der Kasten einen zugänglichen Revisionsdeckel hat. Feucht reinigen, am Antrieb hantieren oder Teile ausbauen sollten Sie nicht.

Was hilft gegen vergilbte Kunststoffrollläden?

Schmutz- und Nikotinbelag lässt sich abwaschen. Hat sich der Kunststoff selbst durch Sonne verfärbt, hilft kein Reiniger; dann bleiben nur neue Lamellen oder ein neuer Panzer.