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Nasenspülung selber machen: Salzlösung und Hygiene

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Nasendusche, Glas mit Wasser und ein Löffel Salz auf einem Waschbeckenrand
Für die Nasenspülung wird Salz ohne Zusätze in körperwarmem Wasser gelöst
Inhalt8 Abschnitte
  1. Die Salzlösung: 9 g auf einen Liter
  2. Welches Salz und welches Wasser?
  3. Nase spülen: Schritt für Schritt
  4. Die Nasendusche sauber halten
  5. Was bringt es wirklich?
  6. Wann lieber nicht?
  7. Wann zum Arzt?
  8. Häufige Fragen

Eine Nasenspülung selber machen ist einfach: 9 g Salz auf 1 l abgekochtes, körperwarmes Wasser ergeben eine isotonische Lösung, die nicht brennt. Sie spült Schleim, Staub und Pollen aus der Nase und befeuchtet die Schleimhaut. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Salzmenge, sauberes Wasser und eine saubere Nasendusche.

Die Salzlösung: 9 g auf einen Liter

„Isotonisch“ heißt: Die Lösung enthält so viel Salz wie die Körperflüssigkeiten, nämlich 0,9 Prozent. Dann strömt beim Spülen weder Wasser in die Schleimhautzellen hinein noch aus ihnen heraus, und die Spülung ist kaum zu spüren.

WassermengeSalzHinweis
1 l9 gknapp zwei gestrichene Teelöffel – je nach Körnung
500 ml4,5 getwa ein gestrichener Teelöffel
250 ml (übliche Nasendusche)gut 2 gam sichersten mit der Feinwaage abwiegen

Teelöffel sind unterschiedlich groß, und grobes Salz wiegt je Löffel weniger als feines. Wiegen Sie das Salz mindestens beim ersten Mal ab und merken Sie sich, wie die Menge auf Ihrem Löffel aussieht. Eine Küchenwaage, die auf 1 g genau anzeigt, reicht für einen halben oder ganzen Liter; für die Einzelportion ist eine Feinwaage besser.

Ist zu wenig Salz in der Lösung oder gar keines, brennt es unangenehm – klares Leitungswasser in der Nase fühlt sich an wie Schwimmbadwasser. Zu viel Salz brennt ebenfalls und trocknet die Schleimhaut aus. Lösungen mit bewusst höherem Salzgehalt gibt es zwar, sie sind aber nichts für das eigene Ausprobieren.

Welches Salz und welches Wasser?

Beim Salz gilt: so rein wie möglich. Geeignet ist Speisesalz ohne Jod, ohne Fluorid und ohne Rieselhilfe (auf der Packung als Trennmittel aufgeführt). Diese Zusätze sind beim Essen sinnvoll oder harmlos, können die Nasenschleimhaut aber reizen. Am bequemsten ist Nasenspülsalz aus Apotheke oder Drogerie: Die Beutel sind auf die Füllmenge der Nasendusche abgestimmt, das Abwiegen entfällt. Achten Sie darauf, dass Beutel und Dusche zusammenpassen.

Beim Wasser gehen die Empfehlungen etwas auseinander. Manche Fachleute halten frisches Leitungswasser in Trinkwasserqualität für ausreichend, Apothekerverbände raten zu abgekochtem Wasser. Trinkwasser ist sauber, aber nicht keimfrei, und in der Nase gelten andere Maßstäbe als im Magen. Der sichere Weg kostet nur ein paar Minuten:

  • Wasser sprudelnd aufkochen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen
  • alternativ stilles Wasser aus einer frisch geöffneten Flasche leicht erwärmen
  • in jedem Fall: Lösung frisch ansetzen, Reste wegschütten, nichts aufbewahren

Wer ein geschwächtes Immunsystem hat oder frisch an Nase oder Nebenhöhlen operiert wurde, fragt den Arzt, welches Wasser er verwenden soll. Auf Reisen in Länder mit unsicherem Leitungswasser nehmen Sie grundsätzlich abgekochtes oder abgefülltes Wasser.

Nase spülen: Schritt für Schritt

Sie brauchen eine Nasendusche oder Nasenspülkanne, die Salzlösung und ein Waschbecken.

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  1. Hände waschen. Dann die Lösung in der sauberen Nasendusche ansetzen und schütteln oder rühren, bis sich das Salz vollständig gelöst hat.
  2. Temperatur prüfen. Ein paar Tropfen auf die Innenseite des Handgelenks geben. Die Lösung soll lauwarm sein, weder heiß noch kalt.
  3. Über das Waschbecken beugen. Den Kopf nach vorn neigen und leicht zur Seite drehen.
  4. Mund öffnen und durch den Mund atmen. So schließt sich der Gaumen, und die Lösung läuft nicht in den Rachen.
  5. Lösung einlaufen lassen. Den Aufsatz an das obere Nasenloch setzen und die Lösung ohne Druck einfließen lassen. Sie läuft durch die Nase und aus dem unteren Nasenloch wieder heraus.
  6. Seite wechseln. Nach der Hälfte der Menge den Kopf zur anderen Seite drehen und das zweite Nasenloch spülen.
  7. Restwasser ablaufen lassen. Kopf vornüber hängen lassen und sanft ausschnauben – ein Nasenloch nach dem anderen, ohne Kraft.

Beim ersten Mal ist das Gefühl ungewohnt, weh tun darf es nicht. Schlucken und sprechen Sie während des Spülens nicht. Kräftiges Schnäuzen danach vermeiden Sie besser: Der Druck kann Flüssigkeit in Richtung der Ohren drücken. Es ist normal, dass noch eine Weile etwas Wasser nachläuft – spülen Sie deshalb nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen oder bevor Sie in die Kälte gehen.

Die Nasendusche sauber halten

Eine feuchte, verschlossene Nasendusche ist ein guter Ort für Keime. Bei einem Test der Stiftung Warentest schnitt nur ein Teil der geprüften Nasenduschen gut ab. Für die Hygiene gilt unabhängig vom Modell: Einfache Formen ohne enge Winkel lassen sich leichter sauber halten.

  • Nach jedem Gebrauch mit heißem Wasser gründlich durchspülen, auch den Aufsatz.
  • Zerlegen, soweit es geht, und offen an der Luft trocknen lassen. Nicht feucht zusammenstecken.
  • Regelmäßig gründlicher reinigen, wie es die Anleitung vorsieht – viele Modelle dürfen in die Spülmaschine oder lassen sich auskochen.
  • Jeder im Haushalt benutzt seine eigene Nasendusche.
  • Bei Verfärbungen, Belägen, Rissen oder nach einem längeren Infekt die Dusche ersetzen; die Hersteller geben meist eine Nutzungsdauer an.

Was bringt es wirklich?

Die Nasenspülung gehört zu den Hausmitteln mit vergleichsweise guter Beleglage – mit Abstufungen. Bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und bei Heuschnupfen sprechen Studien dafür, dass regelmäßiges Spülen die Beschwerden lindern kann; Fachgesellschaften empfehlen es dort als ergänzende Maßnahme. Bei einer akuten Erkältung sind die Belege dünner: Es gibt Hinweise auf eine leichte Linderung, die Studien sind aber klein. Viele empfinden es als Erleichterung, wenn zäher Schleim herausgespült ist und die Nase für eine Weile frei bleibt.

Was die Spülung nicht kann: eine Erkältung verkürzen oder verhindern. Ob tägliches Spülen ohne Anlass über Monate und Jahre sinnvoll ist, beurteilen Fachleute unterschiedlich. Wer keine Beschwerden hat, braucht es nicht; wer dauerhaft spülen möchte, bespricht das am besten mit dem HNO-Arzt.

Wann lieber nicht?

  • Nasenbluten: Wenn die Nase blutet oder Sie zu häufigem Nasenbluten neigen, nicht spülen.
  • Völlig verstopfte Nase: Ist die Schleimhaut so geschwollen, dass keine Luft durchgeht, läuft auch die Lösung nicht ab. Nicht mit Druck nachhelfen.
  • Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündung: Nur nach ärztlichem Rat, denn Nase und Mittelohr sind verbunden.
  • Verletzungen und Operationen an Nase, Nebenhöhlen oder Schädel: ausschließlich nach Anweisung des Arztes.
  • Eitrige Nebenhöhlenentzündung mit starken Schmerzen: erst abklären lassen.
  • Kinder: Spülen funktioniert erst, wenn ein Kind mitmachen und durch den Mund atmen kann – meist im Schulalter. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es Kochsalz-Nasentropfen; fragen Sie in der Kinderarztpraxis oder Apotheke.

Wann zum Arzt?

Ein Schnupfen ist in der Regel nach ein bis zwei Wochen vorbei. Ärztlich abklären lassen sollten Sie

  • starke Schmerzen oder Druck in Stirn, Wangen oder hinter den Augen, vor allem beim Bücken,
  • Fieber, das hoch ist oder länger als etwa drei Tage anhält,
  • Beschwerden, die nach etwa zehn Tagen nicht nachlassen oder nach einer Besserung zurückkehren,
  • Ohrenschmerzen, Hörminderung oder Schwindel – auch wenn sie nach einer Spülung auftreten,
  • eine dauerhaft einseitig verstopfte Nase oder blutigen Ausfluss,
  • Schwellungen am Auge oder Sehstörungen – das ist dringend.

Bei Säuglingen, die wegen einer verstopften Nase schlecht trinken, und bei Atemnot warten Sie nicht ab.

Häufige Fragen

Kann ich normales Speisesalz für die Nasenspülung nehmen?

Ja, wenn es keine Zusätze enthält: kein Jod, kein Fluorid, keine Rieselhilfe. Ein Blick auf die Zutatenliste klärt das. Nasenspülsalz in Portionsbeuteln ist die bequeme Alternative.

Muss das Wasser wirklich abgekocht sein?

Vorgeschrieben ist es nicht, und manche Fachleute halten frisches Trinkwasser für ausreichend. Abgekochtes und abgekühltes Wasser ist der sichere Weg, bei geschwächtem Immunsystem und auf Reisen sollte es immer sein.

Wie oft darf man die Nase spülen?

Bei Schnupfen oder in der Pollenzeit ist ein- bis zweimal täglich üblich. Trocknet die Nase aus oder brennt sie, spülen Sie seltener und prüfen die Salzmenge.

Warum brennt die Nasenspülung?

Fast immer stimmt die Salzmenge nicht – zu wenig brennt ebenso wie zu viel. Auch zu kaltes oder zu heißes Wasser und Salz mit Zusätzen kommen als Ursache infrage.

Geht eine Nasenspülung auch ohne Nasendusche?

Die Lösung aus der hohlen Hand hochzuziehen ist die alte Methode, aber unhygienischer und schlecht zu dosieren. Eine einfache Nasendusche kostet wenig und macht es deutlich leichter. Wer statt zu spülen lieber feuchte Luft einatmet, liest beim Inhalieren mit Salz weiter; gegen Halskratzen hilft eher das Gurgeln mit Salzwasser, und gegen trockene Schleimhäute in der Heizperiode die richtige Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer.