Dübellöcher in der Wand verschließen
Inhalt10 Abschnitte
Ein Dübelloch verschließen Sie in wenigen Minuten: Dübel herausziehen oder versenken, das Loch ausbürsten, mit Spachtelmasse überfüllen, glatt abziehen, nach dem Trocknen plan schleifen und überstreichen. Kleine Löcher schafft ein Fertigspachtel aus der Tube, große füllen Sie in Etappen, damit nichts einsackt. Die meiste Arbeit steckt am Ende im Anstrich, denn eine gespachtelte Stelle bleibt sichtbar, bis Farbe darüber ist.
Was Sie brauchen
- Fertigspachtel (Tube) für kleine Löcher oder Gips- bzw. Spachtelmasse zum Anrühren für größere
- einen kleinen Spachtel, dazu einen breiteren Flächenspachtel oder eine Glättkelle
- eine Zange oder einen Korkenzieher für festsitzende Dübel, ein Cuttermesser
- einen Pinsel oder Staubsauger zum Ausputzen, einen feuchten Schwamm
- Schleifpapier mit Körnung 120–180 oder einen Schleifklotz
- Wandfarbe im passenden Ton, Pinsel oder kleine Rolle
- für Gipskarton ein Reparaturset mit Gitterpflaster oder Einsatzplatte
Den Dübel ziehen oder versenken
Ein Loch lässt sich nur sauber verschließen, wenn der Dübel nicht mehr übersteht. Am einfachsten geht er heraus, wenn Sie eine Schraube zwei, drei Umdrehungen hineindrehen und den Dübel mit der Zange an der Schraube herausziehen. Sitzt er fest, schneiden Sie den Rand mit dem Cuttermesser bündig ab und drücken den Rest mit einem dicken Nagel oder einem Schraubendreher einige Millimeter tief in die Wand.
Wichtig ist, dass danach genug Platz für die Spachtelmasse bleibt. Ein Dübel, der nur bündig abgeschnitten wurde, zeichnet sich später als Ring ab, weil Kunststoff anders arbeitet als Putz. Bei Wänden aus Gipskarton ziehen Sie Hohlraumdübel nicht mit Gewalt heraus, sonst reißt der Karton großflächig ein. Dort drücken Sie Metallspreizdübel lieber nach hinten in den Hohlraum.
Schritt für Schritt: ein kleines Loch schließen
- Loch vorbereiten. Lose Putzkrümel und Staub mit einem Pinsel oder dem Staubsauger entfernen. Ausgefranste Ränder mit dem Cuttermesser leicht anschrägen, damit die Masse gut hält.
- Anfeuchten. Stark saugende Putze kurz mit einem feuchten Schwamm benetzen. Sonst entzieht der Untergrund der Spachtelmasse zu schnell das Wasser, und sie wird rissig.
- Füllen. Die Masse mit dem Spachtel kräftig ins Loch drücken, bis es randvoll ist, und einen kleinen Überstand stehen lassen.
- Abziehen. Den Spachtel flach über die Stelle ziehen, einmal quer, einmal längs. Überschüssige Masse um das Loch herum gleich wegnehmen, das spart Schleifarbeit.
- Trocknen lassen. Fertigspachtel braucht je nach Tiefe einige Stunden, dicke Füllungen über Nacht. Die Packungsangabe gilt.
- Schleifen. Die Stelle mit feinem Schleifpapier plan schleifen, bis Sie mit der Hand keinen Übergang mehr spüren. Danach Staub abwischen.
- Streichen. Mit derselben Wandfarbe überstreichen. Gespachtelte Stellen saugen anders als die umgebende Wand und scheinen nach einem Anstrich oft matt durch; ein zweiter Anstrich oder vorher etwas Tiefgrund hilft.
Große Löcher in Etappen füllen
Ist ein Loch größer als eine Fingerkuppe oder tief ausgebrochen, etwa nach einem schweren Regal, reicht eine einzige Füllung nicht. Dicke Schichten sacken beim Trocknen ein oder reißen. Füllen Sie das Loch deshalb in mehreren Lagen: zuerst bis etwa zur Hälfte, trocknen lassen, dann die nächste Schicht, zum Schluss eine dünne Deckschicht, die Sie flächig abziehen.
Für tiefe Löcher im Mauerwerk eignet sich angerührte Gips- oder Spachtelmasse besser als Fertigspachtel aus der Tube. Rühren Sie nur so viel an, wie Sie in der Verarbeitungszeit schaffen, denn Gips zieht schnell an. Sehr tiefe Hohlräume können Sie vorher mit einem Stück Dübel, einem Holzstückchen oder zusammengedrücktem Papier ausstopfen, damit nicht die ganze Tiefe mit Masse gefüllt werden muss. Wo ein ganzes Stück Putz fehlt, wird aus der Ausbesserung eine kleine Putzarbeit; Hinweise dazu stehen im Beitrag Putz schleifen.
Löcher in Rigips und Gipskarton
Kleine Schraubenlöcher in Gipskarton schließen Sie genauso wie in Putz, mit Fertigspachtel. Größere Löcher, in die man einen Daumen oder mehr stecken kann, brauchen einen Träger, weil hinter dem Karton nur Hohlraum ist. Dafür gibt es Reparatursets in Baumärkten:
- Gitterpflaster: ein selbstklebendes Gewebe- oder Metallgitter, das über das Loch geklebt und anschließend in zwei, drei dünnen Lagen überspachtelt wird. Gut für Löcher bis etwa Handtellergröße.
- Einsatzstück: Das Loch wird rechteckig ausgeschnitten, ein passendes Stück Gipskarton eingesetzt und von hinten mit einer Leiste gehalten. Die Fugen werden mit Fugenspachtel und Bewehrungsstreifen geschlossen. Das lohnt bei größeren Schäden.
Bei Gipskarton gilt: dünne Schichten, gut trocknen lassen, vorsichtig schleifen, damit der Karton nicht aufraut.
Der Zahnpasta-Trick: nur für den Notfall
Weiße Zahnpasta in ein kleines Nagelloch zu drücken, ist ein alter Trick. Ehrlich betrachtet taugt er nur als Notlösung für winzige Löcher in weißen Wänden, die niemand genau ansieht. Zahnpasta schrumpft beim Trocknen, sodass eine Mulde bleibt, sie reißt leicht, und Farbstoffe oder Inhaltsstoffe können mit der Zeit vergilben oder durch den Anstrich durchschlagen. Wandfarbe hält auf ihr schlechter als auf Spachtelmasse. Eine Tube Fertigspachtel kostet wenig, hält jahrelang und ist nicht aufwendiger zu verarbeiten.
Ähnliches gilt für Seife, Mehlkleister oder Kerzenwachs: Sie verschließen das Loch optisch für einen Moment, lassen sich aber nicht sauber überstreichen.
Dübellöcher in Fliesen
In Fliesen lässt sich ein Loch nicht unsichtbar machen. Füllen Sie es mit Silikon oder einem speziellen Fliesenreparaturlack im Farbton der Fliese oder setzen Sie eine Abdeckkappe darauf. Liegt das Loch in der Fuge, lässt es sich mit Fugenmörtel gut kaschieren. Wer künftig im Bad auf neue Löcher verzichten möchte, findet Ideen in den Beiträgen Handtuchhalter ohne Bohren und Bilder aufhängen ohne Bohren.
Löcher beim Auszug: was Mieter tun sollten
Ob Mieter Dübellöcher beim Auszug verschließen müssen, hängt vom Mietvertrag und vom Einzelfall ab. Die Tendenz der Rechtsprechung: Dübellöcher in üblichem Umfang, etwa für Bilder, Lampen und Regale, gehören zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung. Übermäßig viele Löcher oder Löcher an ungewöhnlichen Stellen, etwa quer durch die Fliesen, können dagegen Schadensersatz nach sich ziehen. Ob zusätzlich renoviert werden muss, richtet sich nach der Klausel zu Schönheitsreparaturen, von denen viele unwirksam sind. Im Zweifel fragen Sie den Vermieter oder lassen den Vertrag beim Mieterverein prüfen.
Unabhängig davon lohnt es sich, Löcher sauber zu schließen und zu überstreichen: Eine ordentliche Wand erspart Diskussionen bei der Wohnungsübergabe. Was sonst vor dem Auszug zu tun ist, steht im Beitrag Endreinigung beim Auszug. Soll die Tapete gleich mit runter, hilft Tapete entfernen.
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Typische Fehler
- Dübel nur bündig abschneiden. Der Ring zeichnet sich später ab.
- Zu dick auf einmal füllen. Die Masse sackt ein, reißt und muss nachgespachtelt werden.
- Zu früh schleifen. Noch feuchte Masse schmiert und reißt aus dem Loch.
- Nur den Punkt überstreichen. Auf Raufaser und bei älterer Farbe bleibt ein sichtbarer Fleck. Besser großzügig und bis zu den Kanten der Wandfläche streichen.
- Ungeeignete Hausmittel. Zahnpasta und Seife sind schnell drin und später schwer wieder heraus.
Häufige Fragen
Womit kann man Dübellöcher am besten füllen?
Mit Fertigspachtel aus der Tube für kleine Löcher und mit angerührter Spachtel- oder Gipsmasse für große. Beides lässt sich schleifen und überstreichen. Acryl aus der Kartusche ist für Fugen gedacht und in der Fläche schwer glatt zu bekommen.
Muss ich den Dübel vor dem Spachteln entfernen?
Am besten ja. Wenn er nicht herausgeht, den Rand abschneiden und den Dübel einige Millimeter in die Wand drücken, damit genug Spachtelmasse darüber passt.
Wie lange muss Spachtelmasse trocknen, bevor ich streiche?
Dünne Füllungen oft schon nach wenigen Stunden, tiefe Löcher über Nacht. Entscheidend ist die Angabe auf der Packung. Die Stelle sollte vollständig hell und hart sein.
Sieht man die ausgebesserte Stelle nach dem Streichen noch?
Manchmal als matter oder glänzender Fleck, weil der Spachtel anders saugt als die Wand. Ein Voranstrich mit Tiefgrund und zwei Farbschichten helfen, auf Raufaser am besten gleich die ganze Wand streichen.
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