Hundegeruch in der Wohnung loswerden

Inhalt8 Abschnitte
Ein wenig riecht jeder Hund, und die meisten Halter merken es gar nicht mehr. Besucher schon. Den Geruch bekommen Sie in den Griff, wenn Sie an zwei Stellen ansetzen: beim Hund selbst, mit Bürste, Handtuch und gelegentlich einem Bad, und bei allem, was er täglich berührt – Hundebett, Decken, Sofa, Teppich und Boden. Dazu gehört regelmäßiges Lüften. Riecht der Hund plötzlich ungewohnt stark, sollte ihn ein Tierarzt ansehen.
Woher der typische Hundegeruch kommt
Die Haut des Hundes bildet Talg, der Haut und Fell schützt. Auf ihm leben Bakterien und Hefepilze, deren Stoffwechsel den bekannten Geruch erzeugt. Wird das Fell nass, verstärkt er sich deutlich. Rassen mit dichtem Unterfell, Hautfalten oder öliger Haut riechen oft stärker als andere. Dazu kommen Gerüche aus Ohren, Maul und Pfoten und alles, was der Hund draußen findet und sich mit Begeisterung ins Fell reibt.
In der Wohnung sammelt sich der Geruch dort, wo der Hund liegt: Haare und Hautschuppen in Stoffen tragen ihn mit sich. Ein sauberer Hund auf einem ungewaschenen Hundebett riecht deshalb bald wieder.
Beim Hund anfangen: Fell und Pflege
- Regelmäßig bürsten. Das entfernt lose Haare, Schuppen und Schmutz, bevor sie sich in der Wohnung verteilen. Am besten draußen oder auf dem Balkon.
- Nass abtrocknen. Nach Regen oder dem Bad im See den Hund an der Tür gründlich mit einem Handtuch trocken reiben. Ein Hundebademantel oder eine eigene Trockendecke hilft bei Hunden mit dichtem Fell.
- Pfoten sauber halten. Nach schmutzigen Spaziergängen Pfoten abwischen, das hält auch Böden sauberer.
- Nur bei Bedarf baden. Häufiges Baden stört die natürliche Hautflora und den Fettfilm, die Haut kann trocken werden oder gereizt reagieren – und dann manchmal sogar stärker riechen. Baden Sie den Hund, wenn er es wirklich braucht, etwa nach dem Wälzen in Aas, und nehmen Sie ein mildes Hundeshampoo, kein Menschenshampoo.
- Futter im Blick behalten. Blähungen und starker Körpergeruch können mit dem Futter zusammenhängen. Wer das vermutet, bespricht einen Futterwechsel mit dem Tierarzt.
Wann starker Geruch zum Tierarzt gehört
Riecht der Hund plötzlich deutlich stärker als sonst, liegt die Ursache oft nicht im Fell. Typische Warnzeichen sind:
- Ohren, die süßlich-hefig oder faulig riechen, gerötet sind oder die der Hund häufig kratzt: Hinweis auf eine Ohrentzündung.
- Maulgeruch, der deutlich unangenehm ist: oft Zahnstein oder entzündetes Zahnfleisch.
- Fischiger Geruch vom Hinterteil, dazu Rutschen auf dem Po oder häufiges Lecken: meist sind die Analdrüsen verstopft oder entzündet.
- Haut, die schuppig, fettig, gerötet oder nässend ist und stark riecht.
Solche Gerüche lassen sich nicht wegwaschen, und Duftmittel verschleiern nur ein Problem, das behandelt werden sollte. Lassen Sie den Hund untersuchen.
Hundebett, Decken und Sofa
Das Hundebett ist die größte Geruchsquelle in der Wohnung. Bezüge und Decken sollten regelmäßig in die Maschine, bei viel Nutzung wöchentlich, ansonsten alle paar Wochen. Zwei Bezüge zum Wechseln machen das einfacher. Wie Sie Bett, Kissen und Füllung waschen, ohne dass sie klumpen, steht im Beitrag Hundebett waschen.
Liegt der Hund auch auf dem Sofa, hilft ein waschbarer Überwurf, der ihm gehört. Ohne Überwurf gründlich absaugen, Natron auf den Stoff streuen, einige Stunden wirken lassen und wieder absaugen. Abnehmbare Polsterbezüge nach Etikett waschen. Hundehaare in Stoffen entfernen Sie mit einem Gummihandschuh oder einer Fusselrolle, Tipps dazu im Beitrag Tierhaare entfernen.
Böden und Teppiche
- Glatte Böden regelmäßig saugen und feucht wischen, vor allem rund um Liege- und Futterplatz. Futter- und Wassernapf täglich spülen, die Unterlage darunter mit abwischen.
- Teppiche nehmen viel Geruch auf. Häufig saugen, bei Bedarf Natron einstreuen und nach einigen Stunden absaugen, bei hartnäckigem Geruch mit Sprühextraktion reinigen.
- Staubsauger selbst riecht mit der Zeit nach Hund. Beutel oder Behälter öfter wechseln und Filter reinigen.
- Halsband, Geschirr und Leine nehmen Hautfett und Schmutz auf. Stoffhalsbänder und -geschirre lassen sich meist waschen, Leder wird feucht abgewischt und gepflegt.
- Spielzeug aus Stoff oder Gummi riecht nach Speichel. Stoffspielzeug in die Waschmaschine, Gummispielzeug mit heißem Spülwasser reinigen.
- Autodecke und Transportbox gehören ebenfalls zur Routine, sonst bringt der Hund den Geruch nach jeder Fahrt wieder mit.
Urin und Missgeschicke
Urinflecken müssen gründlich weg, sonst riecht es dauerhaft, und der Hund wird von der Stelle zum erneuten Markieren eingeladen. Frische Flecken mit Küchenpapier aufsaugen, nicht reiben, dann mit einem enzymatischen Reiniger behandeln. Die Enzyme zersetzen die Bestandteile des Urins, die normale Reiniger zurücklassen. Solche Enzymreiniger gegen Tiergeruch gibt es im Tierbedarf und online. Lassen Sie sie so lange einwirken, wie der Hersteller angibt, und prüfen Sie empfindliche Böden vorher an einer verdeckten Stelle.
Reiniger mit Ammoniak oder Salmiakgeist sind ungeeignet: Sie riechen selbst nach Urin und können den Hund anregen, an derselben Stelle nachzumarkieren. Und niemals chlorhaltige Mittel mit Säuren oder Ammoniak mischen. Mehr Tricks gegen hartnäckige Stellen stehen bei Urinflecken entfernen und im Beitrag zum besonders zähen Katzenurin-Geruch. Markiert ein stubenreiner Hund plötzlich in der Wohnung, kann eine Blasenentzündung dahinterstecken; auch dann zum Tierarzt.
Lüften und Luft
Regelmäßiges Stoß- und Querlüften trägt den Geruch aus der Wohnung, besonders nach dem Spaziergang mit einem nassen Hund. Ein Luftreiniger mit Aktivkohlefilter kann Gerüche aus der Raumluft mindern, ersetzt aber das Waschen der Textilien nicht. Duftsprays und Duftstecker überdecken den Geruch nur, und viele Hunde reagieren mit ihrer feinen Nase empfindlich auf starke Düfte. Ätherische Öle sind für Haustiere teils bedenklich; verzichten Sie im Zweifel darauf.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man einen Hund baden?
So selten wie möglich und so oft wie nötig. Die meisten Hunde kommen mit Bürsten und Abtrocknen gut aus und brauchen nur gelegentlich ein Bad. Zu häufiges Baden kann Haut und Fell austrocknen. Bei Hautproblemen empfiehlt der Tierarzt manchmal ein spezielles Shampoo und einen eigenen Rhythmus.
Was neutralisiert Hundegeruch am besten?
Waschen neutralisiert am besten: Hundebett, Decken, Bezüge. Für Polster und Teppiche hilft Natron, für Urinflecken ein enzymatischer Reiniger. Duftsprays überdecken nur.
Warum riecht mein Hund plötzlich so stark?
Ein plötzlicher, ungewohnter Geruch hat oft eine medizinische Ursache, etwa eine Ohrentzündung, Zahnprobleme, verstopfte Analdrüsen oder eine Hauterkrankung. Lassen Sie das vom Tierarzt abklären.
Riecht der Hund nach dem Baden schlimmer?
Solange das Fell nass ist, ja. Feuchtigkeit setzt die Geruchsstoffe frei. Gründlich abtrocknen und das Fell ganz trocknen lassen, dann riecht er meist deutlich besser als vorher.



