Praxistest
MENZER TBS 225 Starter-Set im Praxistest

Inhalt9 Abschnitte
Der MENZER TBS 225 ist ein Trockenbauschleifer in der kompakten Bauform: Motor, Griff und Schleifteller sitzen in einem Gerät, das man mit zwei Händen an die Wand führt – ohne den langen Hals, den man von Deckenschleifern kennt. Im Starter-Set kommt er mit einer Auswahl an Schleifmitteln. Wir haben genau dieses Set 2022 selbst ausprobiert; die Fotos zeigen unser Testgerät. Unser Urteil: Der TBS 225 hat uns zu keiner Zeit im Stich gelassen, weder auf Gips noch auf Holz. Verarbeitung und Schleifleistung sind gut, Grenzen setzen die Bauform in Ecken und über Kopf sowie ein Absauganschluss, der nicht an jeden Sauger passt.

Was ein kompakter Trockenbauschleifer kann
Trockenbauschleifer glätten gespachtelte Gipskartonfugen, Spachtelflächen, Putz und Farbreste. Es gibt sie in zwei Grundformen: mit langem Hals, damit man Decken und hohe Wände vom Boden aus erreicht, und als kompakte Handgeräte. Die kompakte Bauform des TBS 225 ist leichter und handlicher. Der Hersteller empfiehlt ihn für beengte Räume und für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten. Der Preis dafür: Für Decken und hohe Wandbereiche brauchen Sie eine Leiter oder ein Gerüst.
Wer den Unterschied zu einem Langhalsgerät genauer wissen will, findet ihn in unserem Ratgeber zum Trockenbauschleifer und in unserem Praxistest des MENZER LHS 225 Vario, des Langhalsschleifers desselben Herstellers.
Lieferumfang des Starter-Sets
Laut Hersteller liegen dem Set neben dem Gerät verschiedene Schleifmittel bei:
- 1 MENZER Klett-Schleifscheibe „black“
- 2 MioTools Klett-Schleifscheiben, weiß
- 4 MioTools Klett-Schleifscheiben, rot
- 4 MENZER Klett-Schleifscheiben „Platinum“
- 2 MioTools Klett-Schleifgitter
- 4 MENZER „UltraNet“-Scheiben
Auf unseren Fotos sind die Scheiben ausgebreitet zu sehen, dazu Anleitung und Schachtel. Die unterschiedlichen Scheiben decken grobe und feine Körnungen ab. Schleifgitter und Netzscheiben lassen den Staub durch die ganze Fläche zur Absaugung durch und setzen sich weniger schnell zu. Welche Körnung für welche Arbeit taugt, erklärt der Ratgeber zum Putz schleifen.

Verarbeitung und erster Eindruck
Sobald man den TBS 225 in den Händen hält, fallen die gute Verarbeitung und die angenehme Haptik auf. Auch die Optik hat uns gefallen. Der Griff sitzt direkt über dem Schleifteller, dadurch lässt sich das Gerät kontrolliert führen, besonders an Wänden in Arm- und Brusthöhe. Der Absaugschlauch ist schön flexibel. Das hält beim Arbeiten beweglich.
Handhabung im Test
Die Schleifleistung war im Test sehr gut. Einen großen Anteil daran hat die stufenlos regelbare Drehzahl: Sie lässt sich jederzeit an Material und Arbeitsschritt anpassen, niedrig für feine Spachtelflächen, höher für mehr Abtrag. Große Flächen ließen sich mit dem 225-mm-Teller gut abschleifen.
Auf Gips und auf Holz erzielte der TBS 225 mit dem mitgelieferten Zubehör gleich gute Ergebnisse. Für Holz haben wir einfach die Drehzahl hochgedreht, dann trug das Gerät das Material effektiv ab. Auch bei längeren Einsätzen hielt der TBS 225 der Belastung stand; der Motor wurde nicht heiß. Die Absaugung hat die Staubbelastung deutlich reduziert – sofern der Sauger dicht angeschlossen ist.
Nach längerer Benutzung zeigte das Gerät keine Abnutzungserscheinungen. Einmal gründlich gereinigt, sah es aus wie neu.
Die Grenzen
Ecken. In schwer zugänglichen Ecken stieß das Gerät im Test an seine Grenzen, und das liegt an der Bauart: Ein runder Teller kommt nicht in einen Innenwinkel. Das abnehmbare Segment am Schleifkopf soll laut Hersteller das Schleifen bis dicht an den Übergang zwischen Wand und Decke erleichtern, echte Innenecken bleiben aber etwas für einen Multi- oder Dreieckschleifer.
Über Kopf. Mit 2,6 kg gehört der TBS 225 nicht zu den Schwergewichten. Über Kopf braucht es trotzdem etwas Kraft, und längere Arbeiten können ermüden.
Absaugung. Die Absaugvorrichtung passte im Test nicht an alle gängigen Trocken- und Nasssauger. Oft lässt sich mit Klebeband oder einem passenden Adapter nachhelfen, garantiert ist das nicht. Prüfen Sie vor dem Kauf den Durchmesser Ihres Saugerschlauchs.
Dafür
| Dagegen
|
Staub: Sauger und Atemschutz sind Pflicht
Beim Schleifen von Spachtelmasse entsteht sehr feiner Staub, der in der Lunge nichts verloren hat und sich in der ganzen Wohnung verteilt. Schließen Sie das Gerät deshalb immer an einen Sauger an. Für Gips- und Spachtelstaub eignen sich Industrie- oder Baustaubsauger der Staubklasse M besser als ein Haushaltsstaubsauger, dessen Filter schnell zusetzen. Tragen Sie trotzdem eine Atemschutzmaske (FFP2 oder besser) und eine Schutzbrille, und kleben Sie Türen zu angrenzenden Räumen ab. Mehr zur Ausrüstung steht im Beitrag über das Heimwerker-Outfit.
Vorsicht bei alten Wänden: Spachtelmassen, Putze, Fliesenkleber und Anstriche aus der Zeit vor 1993 können Asbest enthalten. Schleifen Sie solche Flächen nicht, bevor eine Probe untersucht wurde. Besteht der Verdacht, gehört die Arbeit in die Hand eines Fachbetriebs.
Für wen sich der TBS 225 eignet
Das Gerät passt zu Heimwerkern und Handwerkern, die vor allem Wände in erreichbarer Höhe schleifen, oft von der Leiter aus arbeiten oder in kleinen Räumen unterwegs sind – und die kein Vermögen ausgeben, aber auf die wichtigen Funktionen nicht verzichten wollen. Wer hauptsächlich Decken und große Flächen bearbeitet, ist mit einem Langhalsgerät besser bedient, etwa dem Timbertech TBSLF02 aus unserem Test. Wer Putz nicht nur glätten, sondern abtragen will, braucht eine Putzfräse.
Technische Daten laut Hersteller
| Bauart | Trockenbauschleifer, kompakt, ohne Teleskophals |
| Leistungsaufnahme | 710 Watt |
| Spannung | 220–240 Volt, mit Kabel |
| Leerlaufdrehzahl | 1.000–2.100 U/min, stufenlos einstellbar |
| Schleifteller | 225 mm Durchmesser, Klettaufnahme |
| Gewicht | 2,6 kg |
| Abmessungen | 460 × 250 × 220 mm |
| Besonderheiten | Absauganschluss, abnehmbares Segment am Schleifkopf für randnahes Schleifen |
225 mm ist der übliche Tellerdurchmesser bei Trockenbauschleifern. Das ist praktisch, denn Schleifscheiben in dieser Größe gibt es von vielen Herstellern.
Das Set ist auch unter der Bezeichnung „TBS 225 PRO“ erhältlich:
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen TBS 225 und LHS 225?
Der TBS 225 ist ein kompaktes Handgerät ohne langen Hals, der LHS 225 ein Langhalsschleifer, mit dem Sie Decken und hohe Wände vom Boden aus erreichen. Der TBS ist leichter und handlicher, der LHS bequemer bei großen Flächen und an der Decke.
Kann ich mit dem TBS 225 auch Holz schleifen?
Ja. Im Test erzielte er auf Holz mit hoher Drehzahl ebenso gute Ergebnisse wie auf Gips. Für Möbel und feine Holzarbeiten ist ein Exzenterschleifer aber meist handlicher und präziser.
Brauche ich einen speziellen Sauger?
Ein Sauger ist nötig, ein spezieller empfehlenswert. Gipsstaub ist sehr fein und setzt die Filter von Haushaltsstaubsaugern schnell zu. Ein Bau- oder Industriesauger der Staubklasse M ist die bessere Wahl. Prüfen Sie vorher, ob der Schlauch an den Absaugstutzen passt – im Test war das nicht bei jedem Sauger der Fall.
Kann ich mit dem Gerät über Kopf arbeiten?
Ja, aber mit 2,6 kg wird es bei längeren Arbeiten über Kopf anstrengend. Für große Deckenflächen ist ein Langhalsschleifer die ergonomischere Wahl.
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