Toilettendeckel wechseln: WC-Sitz ausmessen und montieren

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Einen Toilettendeckel wechseln Sie in einer Viertelstunde, wenn der neue Sitz passt: alten Sitz abschrauben, Keramik reinigen, neuen Sitz auflegen, ausrichten und festziehen. Die eigentliche Arbeit liegt vor dem Kauf. Lochabstand, Länge, Breite und Form der Keramik entscheiden, ob der Sitz sauber aufliegt – und die Bauart des WCs entscheidet, ob er von unten oder von oben befestigt wird.
So messen Sie Ihr WC aus
Klappen Sie Deckel und Brille hoch oder nehmen Sie den alten Sitz ab, und messen Sie an der Keramik, nicht am alten Sitz. Sie brauchen ein Maßband und einen Zettel.
| Lochabstand | Von Mitte zu Mitte der beiden Befestigungslöcher hinten an der Keramik. Häufig sind es etwa 15,5 cm, es gibt aber deutliche Abweichungen. |
| Länge | Von der gedachten Linie zwischen den beiden Lochmitten bis zur Vorderkante der Keramik. |
| Breite | Außen an der breitesten Stelle der Schüssel. |
| Form | Oval beziehungsweise rundlich, D-Form (hinten gerade, vorn rund) oder eckig mit abgerundeten Ecken. |
Viele Sitze haben verstellbare Scharniere und decken damit einen Bereich von Lochabständen ab; auch bei Länge und Breite nennen die Hersteller meist eine Spanne. Liegen Ihre Maße darin, passt der Sitz. Bei der Form gibt es weniger Spielraum: Ein ovaler Sitz auf einer D-förmigen Keramik steht hinten über oder lässt vorn den Rand frei.
Wer ganz sichergehen will, legt ein Stück Pappe oder Papier auf die Keramik, zeichnet den Umriss und die beiden Löcher nach und nimmt diese Schablone mit in den Baumarkt. Steht ein Herstellername und eine Serienbezeichnung auf der Keramik – oft klein hinter dem Sitz oder im Becken –, lässt sich auch gezielt nach dem Originalsitz oder ausdrücklich passenden Ersatzmodellen suchen. Bei Design-Keramiken mit ungewöhnlicher Form ist das oft der einzige Weg zu einem Sitz, der wirklich bündig abschließt.
Befestigung von unten oder von oben?
Fassen Sie hinten unter den Rand der Keramik, dort, wo die Scharniere sitzen.
- Befestigung von unten: Sie fühlen zwei Gewindestifte mit Flügel- oder Rändelmuttern. Das ist die klassische Lösung bei Stand-WCs und vielen wandhängenden Modellen. Die Schrauben stecken von oben durch die Löcher, gekontert wird von unten.
- Befestigung von oben: Die Keramik ist seitlich und unten geschlossen, an die Löcher kommt man nicht heran. Das ist bei vielen neueren wandhängenden und spülrandlosen WCs so. Hier werden von oben Spreizdübel in die Löcher gesetzt, die sich beim Anziehen der Schraube in der Keramik verklemmen. Der Sitz muss ausdrücklich für die Montage von oben vorgesehen sein; viele Modelle bringen Befestigungsmaterial für beide Varianten mit, aber nicht alle.
Achten Sie beim Kauf also auf den Hinweis zur Montageart. Ein Sitz nur für die Befestigung von unten lässt sich an einem geschlossenen WC nicht anbringen.
Material, Absenkautomatik und Abnehmfunktion
Duroplast ist ein harter, schwerer Kunststoff mit porzellanähnlicher, kratzfester Oberfläche; die meisten besseren Sitze bestehen daraus. Thermoplast ist leichter, etwas elastischer und fühlt sich wärmer an, bekommt aber eher Kratzer. Sitze aus Holz oder Holzwerkstoff gibt es in vielen Dekoren; ist die Lackschicht beschädigt, kann Feuchtigkeit eindringen. Wichtiger als der Sitz selbst sind oft die Scharniere: Solche aus Edelstahl halten länger als Kunststoff oder verchromtes Material, das im Bad rosten kann.
Die Absenkautomatik bremst Deckel und Brille, sodass sie leise schließen. Das schont Sitz, Keramik und Nerven. Die Dämpfer vertragen es allerdings nicht, wenn man den Deckel von Hand herunterdrückt – einfach antippen und fallen lassen.
Praktisch ist eine Abnehmfunktion: Der Sitz lässt sich per Knopfdruck oder mit einem Handgriff von den Scharnierbolzen heben, sodass man die Stelle dahinter gründlich putzen kann.
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Was Sie brauchen
- den neuen Sitz mit Befestigungssatz
- Gummihandschuhe, Badreiniger, Lappen
- Schraubendreher (Schlitz oder Kreuz, je nach Sitz)
- bei festsitzenden Muttern: eine Zange, Kriechöl, im Notfall ein kleines Metallsägeblatt
Alten Sitz abbauen
- Scharniere freilegen. Viele Scharniere haben Abdeckkappen, die sich hochklappen oder abziehen lassen. Darunter liegt der Schraubenkopf.
- Muttern lösen. Bei der Befestigung von unten die Flügelmuttern von Hand gegen den Uhrzeigersinn drehen und oben die Schraube mit dem Schraubendreher gegenhalten, falls sie mitdreht.
- Oder von oben herausdrehen. Bei der Befestigung von oben die Schrauben mit dem Schraubendreher lösen, bis der Dübel entspannt ist, und alles nach oben herausziehen. Sitzt der Dübel fest, hilft leichtes Rütteln.
- Festgerostetes lösen. Alte Metallschrauben sind oft korrodiert. Kriechöl auftragen, warten, erneut versuchen. Geht gar nichts, lässt sich der Bolzen zwischen Mutter und Keramik mit einem schmalen Metallsägeblatt durchtrennen. Arbeiten Sie langsam und legen Sie Klebeband oder ein Stück Pappe an die Keramik – eine Kerbe in der Glasur bleibt für immer.
- Gründlich reinigen. Unter den Scharnieren sammelt sich Schmutz, an den man sonst nie kommt. Jetzt ist die Gelegenheit. Tipps für hartnäckige Beläge stehen unter Toilette reinigen und, wenn Kalk und Urinstein im Spiel sind, unter Toilette entkalken.
Neuen Sitz montieren
- Anleitung ansehen. Die Befestigungssätze unterscheiden sich stark; die Reihenfolge von Scheiben, Dübeln und Scharnierplatten steht im Beiblatt.
- Befestigung einsetzen. Von unten: Schrauben mit Unterlegscheibe durch die Löcher stecken, von unten Scheibe und Mutter lose aufdrehen. Von oben: die Dübel in die Löcher stecken und die Schrauben nur so weit eindrehen, dass sich alles noch verschieben lässt.
- Sitz aufsetzen und ausrichten. Deckel schließen und den Sitz so verschieben, dass er rundum gleichmäßig mit der Keramik abschließt. Die verstellbaren Scharniere erlauben Korrekturen nach vorn und hinten sowie zur Seite.
- Festziehen. Erst jetzt die Schrauben oder Muttern anziehen, abwechselnd links und rechts. Fest genug, dass nichts mehr rutscht – aber mit Gefühl. Keramik verzeiht keine Gewalt; unter zu viel Druck kann sie reißen.
- Probe. Deckel und Brille mehrmals öffnen und schließen, hinsetzen, seitlich belasten. Nichts darf wandern. Dann die Abdeckkappen schließen.
Wackelnden Sitz nachziehen statt tauschen
Ein Sitz, der zur Seite rutscht, ist selten kaputt. Meist haben sich die Befestigungen gelockert. Kappen öffnen, den Sitz bei geschlossenem Deckel neu ausrichten und die Schrauben nachziehen. Bei der Befestigung von unten ziehen Sie die Muttern nach; fehlen dort die Gummi- oder Kunststoffscheiben, rutscht der Sitz bald wieder, weil glatte Teile auf glatter Keramik liegen. Bei der Befestigung von oben können die Spreizdübel ermüden. Ein neuer Befestigungssatz, einzeln erhältlich, löst das Problem oft für wenig Geld. Erst wenn Scharniere gebrochen sind, die Dämpfer nicht mehr bremsen oder die Oberfläche Risse hat, lohnt der Tausch.
Typische Fehler
- Nur den Lochabstand gemessen. Länge und Form sind genauso wichtig.
- Am alten Sitz gemessen statt an der Keramik. Der alte passte vielleicht nie richtig.
- Sitz für Montage von unten gekauft, WC ist geschlossen.
- Sofort festgezogen. Erst ausrichten, dann anziehen.
- Puffer nicht beachtet. Die kleinen Auflagepuffer unter der Brille müssen auf dem Keramikrand stehen, nicht daneben; sonst kippelt der Sitz und bricht irgendwann.
- Scheuermittel oder Chlorreiniger auf den Scharnieren. Das greift Oberflächen und Dämpfer an.
Wenn es um Sitzhöhe und Aufstehen geht
Fällt das Hinsetzen und Aufstehen schwer, hilft ein neuer Standardsitz nicht weiter. Dafür gibt es Aufsätze und erhöhte Sitze, mit und ohne Armlehnen. Was sie unterscheidet und worauf es bei der Montage ankommt, steht im Beitrag WC-Sitzerhöhungen.
In der Mietwohnung gilt: Den vorhandenen Sitz aufbewahren, wenn Sie ihn aus eigenem Wunsch ersetzen. Ist er gebrochen, sprechen Sie mit dem Vermieter; wie solche Kleinteile gehandhabt werden, hängt vom Mietvertrag ab. Und wenn nach dem Sitzwechsel auffällt, dass im Becken ständig Wasser nachläuft, hat das mit dem Sitz nichts zu tun – siehe Toilettenspülung läuft.
Häufige Fragen
Passt jeder Toilettendeckel auf jedes WC?
Nein. Viele Sitze sind als Universalmodelle für gängige ovale Keramiken gedacht und haben verstellbare Scharniere. Bei D-förmigen, eckigen oder besonders kurzen und langen WCs müssen Form und Maße ausdrücklich passen.
Wie groß ist der Lochabstand bei WC-Sitzen?
Häufig etwa 15,5 cm von Lochmitte zu Lochmitte. Darauf verlassen sollten Sie sich nicht; messen Sie nach und vergleichen Sie mit dem Verstellbereich, den der Hersteller angibt.
Wie bekomme ich einen Toilettendeckel ab, wenn ich von unten nicht herankomme?
Dann ist er von oben befestigt. Öffnen Sie die Kappen an den Scharnieren oder nehmen Sie den Sitz per Schnellverschluss ab; darunter sitzen Schrauben, die Sie mit dem Schraubendreher lösen.
Warum wackelt der Sitz immer wieder?
Meist fehlen rutschhemmende Scheiben, oder die Spreizdübel sind ermüdet. Ein neuer Befestigungssatz und sorgfältiges Ausrichten vor dem Festziehen helfen dauerhafter als bloßes Nachziehen.
Wohin mit dem alten Toilettensitz?
In der Regel in den Restmüll oder, wenn er dafür zu groß ist, zum Wertstoffhof. Die Regeln legt der örtliche Entsorger fest.



