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Wandfarbe aus Kleidung entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Farbwanne, Farbeimer und Roller auf Abdeckpapier
Frische Farbspritzer auf Kleidung lassen sich am leichtesten entfernen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Farbe war es?
  2. Was Sie brauchen
  3. Frische Wandfarbe aus Kleidung entfernen
  4. Eingetrocknete Wandfarbe entfernen
  5. Lack, Kalkfarbe und Acrylfarbe
  6. Teppich, Polster, Boden und Fenster
  7. Haut und Haare
  8. Häufige Fragen

Wandfarbe geht aus Kleidung heraus, solange sie noch nass ist. Die üblichen Dispersions- und Latexfarben sind wasserverdünnbar: Frische Spritzer spülen Sie sofort mit viel Wasser und etwas Seife aus, dann waschen Sie das Teil. Ist die Farbe erst getrocknet, hat sie einen festen Kunststofffilm gebildet, den Wasser nicht mehr löst. Dann helfen Abkratzen, Einweichen und Anlösen mit Alkohol – mit ehrlicher Aussicht auf einen Rest.

Welche Farbe war es?

Das entscheidet über das Mittel. Ein Blick auf den Eimer oder die Dose klärt es:

  • Dispersionsfarbe (die übliche Wandfarbe, oft „Innenfarbe“ oder „Latexfarbe“ genannt): wasserverdünnbar, Bindemittel ist ein Kunststoff. Nass gut auswaschbar, trocken wasserfest.
  • Acrylfarbe zum Basteln und Malen: verhält sich ähnlich, trocknet aber schneller und fester.
  • Kalkfarbe und Silikatfarbe: mineralische Farben, stark alkalisch. Nass auswaschbar, trocken bleibt oft ein weißlicher Rest.
  • Lack auf Lösemittelbasis (Kunstharzlack): nicht wasserlöslich. Hier hilft nur das Lösemittel, das der Hersteller angibt.
  • Wasserbasierter Lack (Acryllack): nass mit Wasser, trocken wie Dispersionsfarbe.

Was Sie brauchen

  • einen Löffel, Spachtel oder ein stumpfes Messer
  • kaltes oder lauwarmes Wasser, Handspülmittel oder Gallseife
  • Spiritus oder Isopropanol für eingetrocknete Dispersions- und Acrylfarbe
  • eine alte Zahnbürste oder Kleiderbürste
  • helle Tücher und Küchenpapier
  • bei Lack: das Lösemittel laut Dose, Handschuhe

Frische Wandfarbe aus Kleidung entfernen

  1. Farbe abheben. Überschüssige Farbe mit Spachtel oder Löffel vorsichtig abnehmen. Nicht wischen, sonst verteilt sie sich im Gewebe.
  2. Nicht trocknen lassen. Legen Sie das Kleidungsstück bis zur Behandlung in einen Eimer mit Wasser oder halten Sie die Stelle mit einem nassen Tuch feucht. Jede Minute Trocknung macht es schwerer.
  3. Von hinten ausspülen. Den Stoff umdrehen und reichlich kaltes bis lauwarmes Wasser von der Rückseite durch den Fleck laufen lassen.
  4. Seife einarbeiten. Spülmittel oder Gallseife auf den Fleck geben, mit den Fingern oder einer weichen Bürste einmassieren und wieder ausspülen. So lange wiederholen, bis das Wasser klar bleibt.
  5. Waschen. Mit Vollwaschmittel bei der Temperatur laut Pflegeetikett. Vor dem Trocknen prüfen, ob noch Farbe im Gewebe sitzt, und gegebenenfalls nachbehandeln.

Die Arbeitskleidung vom Streichen gehört übrigens nicht zusammen mit anderer Wäsche in die Maschine. Farbreste können sich lösen und an anderen Teilen festsetzen.

Eingetrocknete Wandfarbe entfernen

Getrocknete Dispersionsfarbe ist ein dünner Kunststofffilm, der in den Fasern sitzt. Ganz verschwinden lässt er sich auf glatten Stoffen besser als auf Frottee oder Strick.

  1. Abkratzen. Dicke Farbkrusten vorsichtig mit einem stumpfen Messer oder dem Fingernagel abbrechen. Den Stoff dabei leicht dehnen und biegen, das lockert die Farbe.
  2. Einweichen. Einige Stunden in warmem Wasser mit Waschmittel einweichen. Das macht den Film etwas weicher.
  3. Mit Alkohol anlösen. Nach einem Farbtest an einer verdeckten Stelle Spiritus oder Isopropanol auf den Fleck geben, kurz einwirken lassen und mit der Zahnbürste bearbeiten. Die Farbe wird weich und lässt sich teilweise herausbürsten. Ein Tuch darunter nimmt Gelöstes auf.
  4. Auswaschen. Mit Spülmittel ausspülen und das Teil normal waschen. Bei Bedarf wiederholen.

Lösemittel und Alkohol sind brennbar. Arbeiten Sie nur bei offenem Fenster oder im Freien, nicht in der Nähe von Kerzen, Gasherd oder Zigaretten, und lassen Sie getränkte Tücher draußen auslüften, bevor sie in den Müll kommen. Auf Acetat, Triacetat, Wolle und Seide keinen Alkohol und keinen Nagellackentferner verwenden. Aceton löst Acetatfasern auf. Viele Tipps empfehlen es gegen getrocknete Farbe; es wirkt dort nicht besser als Alkohol, ist aber riskanter.

Lack, Kalkfarbe und Acrylfarbe

Lösemittelhaltiger Lack muss mit dem Lösemittel entfernt werden, das auf der Dose steht, meist Terpentinersatz oder ein Nitroverdünner. Frische Spritzer mit einem Tuch und wenig Lösemittel von außen nach innen tupfen, dann mit Spülmittel auswaschen, um das Lösemittel aus dem Stoff zu bekommen, und waschen. Handschuhe tragen, gut lüften, vorher an einer verdeckten Stelle testen. Nitroverdünner greift viele Kunstfasern an. Getrockneter Kunstharzlack geht aus Textilien kaum noch heraus.

Kalkfarbe lässt sich nass mit viel Wasser auswaschen. Getrocknete Reste bürsten Sie trocken aus und waschen das Teil; ein weißlicher Schleier auf dunklem Stoff löst sich in einem Einweichbad mit etwas Essig, vorher auf Farbechtheit testen. Kalkfarbe ist stark alkalisch und reizt Haut und Augen. Spritzer in den Augen sofort lange mit Wasser ausspülen und ärztlich untersuchen lassen.

Acrylfarbe vom Basteln verhält sich wie Dispersionsfarbe, trocknet aber schneller. Kinderkleidung deshalb sofort in Wasser legen. Getrocknet hilft Alkohol, und manchmal bleibt ein Rest. Wer sichergehen will, lässt Kinder mit einem alten Hemd malen.

Teppich, Polster, Boden und Fenster

Auf Teppich und Polster gilt: frisch sofort mit Küchenpapier aufnehmen, ohne zu reiben, dann mit kaltem Wasser und etwas Spülmittel austupfen und mit klarem Wasser nachtupfen. Getrocknete Farbe vorsichtig mit einer Schere aus einem Schlingen- oder Veloursflor herausschneiden oder mit Alkohol anlösen, vorher testen. Für größere Flächen ist ein Teppichreinigungsgerät eine Hilfe, bei Polstern ein Polsterreinigungsgerät.

Auf Fliesen, Laminat und Vinyl lassen sich getrocknete Spritzer meist mit einem Kunststoffspachtel abheben; eingeweicht mit einem feuchten Tuch geht es leichter. Auf Fensterglas hilft ein Glasschaber mit Klinge, flach geführt und auf nassem Glas, damit nichts kratzt. Auf Holz mit geölter Oberfläche lieber vorsichtig abnehmen als Lösemittel einsetzen.

Haut und Haare

Frische Dispersionsfarbe geht mit Wasser und Seife von der Haut ab, getrocknete mit etwas Speiseöl oder einer fetthaltigen Creme, die Sie einmassieren und dann abwaschen. Lösemittel wie Terpentinersatz oder Verdünner gehören nicht auf die Haut. Aus den Haaren löst sich getrocknete Farbe am besten mit Öl oder Haarspülung, die Sie einwirken lassen, bevor Sie sie auskämmen.

Wie Sie verwandte Flecken behandeln, lesen Sie bei Edding und Wachsflecken. Alle Anleitungen stehen in der Übersicht Flecken entfernen.

Häufige Fragen

Geht getrocknete Wandfarbe aus Kleidung wieder raus?

Teilweise. Dispersionsfarbe bildet beim Trocknen einen Kunststofffilm. Abkratzen, einweichen und mit Spiritus oder Isopropanol anlösen hilft oft, bei saugfähigen Stoffen bleibt manchmal ein Rest. Frische Farbe geht dagegen fast immer vollständig heraus.

Welches Hausmittel hilft gegen Wandfarbe auf Kleidung?

Solange die Farbe nass ist: Wasser und Spülmittel. Bei getrockneter Farbe Alkohol wie Spiritus oder Isopropanol, nach einem Farbtest. Essig und Natron helfen gegen Dispersionsfarbe nicht; Essig nur gegen Rückstände von Kalkfarbe.

Kann ich Wandfarbe mit Nagellackentferner entfernen?

Es wird oft empfohlen, bringt bei Dispersionsfarbe aber kaum mehr als Alkohol und ist riskanter: Aceton löst Acetat- und Triacetatfasern auf und kann Textilfarben angreifen. Wenn überhaupt, nur nach Test an einer verdeckten Stelle.

Gilt das auch für Anti-Schimmel-Farbe?

Ja, entscheidend ist das Bindemittel: Viele Schimmelschutzfarben sind Dispersions-, Silikat- oder Kalkfarben und werden entsprechend behandelt. Wegen der enthaltenen Wirkstoffe sollten Sie dabei Handschuhe tragen und die Haut danach waschen.