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Teppich reinigen: gründlich, schonend und ohne Gerät

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Weißer Boxer liegt auf einem dunklen Hochflorteppich im Wohnzimmer
Regelmäßiges Saugen ist die wichtigste Pflege, gerade bei Hochflor und Tierhaaren
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst klären: Welches Material liegt da?
  2. Die tägliche Pflege: richtig saugen
  3. Was Sie für die Grundreinigung brauchen
  4. Trockenreinigung mit Teppichpulver
  5. Nassreinigung mit dem Waschsauger
  6. Hausmittel: was sie wirklich leisten
  7. Sisal, Jute, Seegras: nur trocken
  8. Teppich in der Badewanne, im Garten oder in der Waschmaschine?
  9. Häufige Fragen

Einen Teppich reinigen Sie am wirksamsten, indem Sie ihn regelmäßig und langsam absaugen und ein- bis zweimal im Jahr eine Grundreinigung machen: trocken mit Teppichpulver oder nass mit einem Waschsauger, je nach Material. Welche Methode passt, hängt vor allem von der Faser ab. Wolle, Kunstfaser und Naturfasern wie Sisal verhalten sich völlig unterschiedlich. Für einzelne Flecken gibt es eine eigene Anleitung: Flecken aus dem Teppich entfernen.

Erst klären: Welches Material liegt da?

Das Etikett auf der Rückseite nennt Material und oft Pflegehinweise. Fehlt es, hilft die Erfahrung: Kunstfasern wie Polypropylen und Polyamid sind robust und vertragen Wasser und milde Reiniger gut. Wolle ist schmutzabweisend, verträgt aber keine Hitze, kein kräftiges Reiben und keine alkalischen Mittel wie Waschsoda oder Salmiak; sie verfilzt und verfärbt sich. Sisal, Jute, Seegras und Kokos sind Pflanzenfasern, die Wasser aufsaugen, sich verziehen, einlaufen und bräunliche Ränder bekommen. Hochflor und Shaggy halten viel Schmutz tief im Flor und trocknen nach einer Nassreinigung besonders langsam.

Die tägliche Pflege: richtig saugen

Saugen Sie langsam, in überlappenden Bahnen und in beide Richtungen, damit der Flor sich aufrichtet und der Schmutz vom Grund kommt. Eine rotierende Bürstwalze ist bei kurzflorigen Kunstfaserteppichen gut, bei Wolle stellen Sie sie auf eine milde Stufe, bei Hochflor und Shaggy schalten Sie sie ab oder nehmen die normale Bodendüse, sonst verheddern sich lange Fasern. Wollteppiche verlieren anfangs Fasern; das ist normal und lässt nach. Für zwischendurch reicht ein Teppichkehrer, der Krümel und Haare ohne Strom aufnimmt.

Gewebte Teppiche ohne Latexrücken dürfen ab und zu draußen ausgeklopft werden, am besten von der Rückseite, über einer Stange. Bei Teppichen mit Latex- oder Schaumrücken lassen Sie das, der Rücken bricht.

Was Sie für die Grundreinigung brauchen

  • Staubsauger, möglichst mit Bürstendüse
  • Teppichpulver (Trockenreiniger) und eine Bürste oder alternativ einen Waschsauger mit Teppichshampoo
  • bei Wolle ein Wollwaschmittel oder einen ausdrücklich wollgeeigneten Teppichreiniger
  • Natron gegen Gerüche
  • Ventilator, offene Fenster und Zeit zum Trocknen

Trockenreinigung mit Teppichpulver

Für Wolle, empfindliche und große Teppiche ist das Trockenverfahren die schonendste Grundreinigung. Das Pulver ist ein leicht feuchtes Granulat, das Schmutz bindet und danach abgesaugt wird.

  1. Gründlich absaugen. Erst den losen Schmutz vollständig entfernen.
  2. Pulver streuen. Gleichmäßig nach Packungsangabe auf die Fläche verteilen.
  3. Einbürsten. Mit einer Bürste oder einem Besen in mehreren Richtungen in den Flor arbeiten.
  4. Einwirken lassen. Meist 30 Minuten bis einige Stunden, den Teppich in der Zeit nicht betreten.
  5. Absaugen. Langsam und gründlich, gegebenenfalls zweimal.

Ein Teppichpulver zur Trockenreinigung gibt es im Drogeriemarkt und online; auf Wolle nur Produkte, die ausdrücklich dafür zugelassen sind.

Nassreinigung mit dem Waschsauger

Ein Waschsauger sprüht Reinigungslösung in den Flor und saugt sie mit dem Schmutz wieder ab. Das reinigt tief und frischt verblasste Farben auf, bringt aber Feuchtigkeit in den Teppich. Planen Sie die Trocknungszeit mit ein: Je nach Florhöhe und Raumluft dauert es einen halben bis ganzen Tag, bei Hochflor länger. Fenster auf, Ventilator an, den Teppich nicht betreten und keine Möbel darauf stellen, bevor er ganz trocken ist. Bleibt er zu lange feucht, riecht er muffig und kann auf dem Boden darunter Schaden anrichten, besonders auf Parkett.

Sparsam dosieren, lieber zwei trockene Saugdurchgänge extra machen. Vorher an einer verdeckten Stelle prüfen, ob die Farben ausbluten. Welche Geräte es gibt und ob sich Leihen oder Kaufen lohnt, erklärt der Beitrag Teppichreinigungsgerät. Die Leihgeräte aus dem Drogerie- oder Baumarkt sind für Kunstfaser-Auslegware gut geeignet, für Sisal und wertvolle Wollteppiche nicht.

Teppichschaum aus der Dose arbeitet mit weniger Wasser als der Waschsauger: aufsprühen, einarbeiten, trocknen lassen, absaugen. Für Kunstfaser eine brauchbare Zwischenlösung.

Hausmittel: was sie wirklich leisten

Natron bindet Gerüche. Dünn aufstreuen, einige Stunden liegen lassen und gründlich absaugen. Auf Wolle sparsam verwenden, weil es leicht alkalisch ist. Gegen Tiergerüche, die tief im Teppich sitzen, reicht es oft nicht; dazu mehr unter Katzenurin-Geruch entfernen.

Gallseife und Rasierschaum sind Fleckenmittel, keine Grundreiniger für die ganze Fläche. Rasierschaum hinterlässt ohne gründliches Ausspülen Reste, die neuen Schmutz anziehen.

Sauerkraut, Salz oder nasser Kaffeesatz zum Kehren sind überlieferte Hausmittel. Sie wurden auf den Teppich gestreut und wieder abgekehrt, damit der Staub nicht aufwirbelt und etwas Schmutz daran haften bleibt. Mit einem Staubsauger bringen sie nichts mehr; Sauerkraut riecht und hinterlässt Säure und Feuchte im Flor, Salz zieht Feuchtigkeit an und bleibt in den Fasern. Das können Sie getrost auslassen.

Schnee ist das einzige Hausmittel dieser Art, das tatsächlich etwas bewirkt: Einen Wollteppich mit dem Flor nach unten auf trockenen Pulverschnee legen, von oben ausklopfen, wenden und den Schnee mit dem Schmutz abkehren. Nur bei Frost und trockenem Schnee, und den Teppich danach drinnen vollständig trocknen lassen.

Sisal, Jute, Seegras: nur trocken

Pflanzenfaserteppiche reinigen Sie ausschließlich trocken: saugen, bei Bedarf Trockenpulver, Flecken sofort mit einem trockenen Tuch aufnehmen. Waschsauger, Teppichschaum, Dampfreiniger und Gartenschlauch sind tabu. Jute bekommt durch Wasser braune Ränder, Sisal wellt sich, Seegras verzieht sich. Was dort Flecken hinterlässt, bleibt oft dauerhaft sichtbar.

Teppich in der Badewanne, im Garten oder in der Waschmaschine?

Kleine Kunstfaser-Läufer und Badematten mit Waschsymbol dürfen in die Waschmaschine. Größere Kunstfaserteppiche lassen sich in der Badewanne oder draußen mit Wasser und etwas Feinwaschmittel waschen, werden aber nass sehr schwer und müssen liegend oder gut gestützt vollständig durchtrocknen. Hochdruckreiniger sind nur für robuste Outdoor-Teppiche aus Kunststoff gedacht. Wollteppiche, handgeknüpfte Orientteppiche und alles mit Latexrücken gehören nicht in die Wanne; hier ist eine professionelle Teppichwäsche die sichere Wahl.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ein Teppich gründlich gereinigt werden?

In normal genutzten Wohnräumen ein- bis zweimal im Jahr, im Flur und bei Haustieren öfter. Dazwischen reichen gründliches Saugen und das sofortige Behandeln von Flecken.

Kann ich einen Teppich mit Essig reinigen?

Verdünnter Essig wird gegen Gerüche und bei Flecken empfohlen, großflächig bringt er wenig und riecht selbst. Auf Wolle nur stark verdünnt, auf Naturfasern und mit Chlorreinigern zusammen gar nicht.

Hilft ein Dampfreiniger beim Teppich?

Nur begrenzt. Er bringt Feuchte in den Flor, löst aber den Schmutz nicht so gut heraus wie ein Waschsauger. Auf Wolle kann die Hitze die Fasern verfilzen, auf Naturfasern ist er ganz ungeeignet.

Wie bekomme ich einen Hochflorteppich sauber?

Regelmäßig ohne Bürstwalze saugen, gelegentlich Trockenpulver einbürsten und absaugen. Für eine Nassreinigung sollte das Wetter trocken sein, weil Hochflor lange braucht, bis er ganz trocken ist.