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Korken entsorgen oder sammeln

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Fünf Weinkorken in einer Reihe auf hellem Grund
Naturkorken lassen sich sammeln und zu Dämmmaterial verarbeiten
Inhalt6 Abschnitte
  1. Wohin gehört welcher Korken?
  2. Weinkorken sammeln: was daraus wird
  3. So bereiten Sie Korken für die Sammlung vor
  4. Korken wiederverwenden
  5. Kosten und typische Fehler
  6. Häufige Fragen

Naturkorken aus Korkrinde sind zu schade für den Müll: Am besten sammeln Sie sie und geben sie bei einer Korksammelstelle ab. Wo es keine gibt, gehören sie in den Restmüll. Kunststoffkorken, Kronkorken und Schraubverschlüsse sind dagegen Verpackungen aus Kunststoff oder Metall und kommen in den Gelben Sack. Was genau bei Ihnen gilt, entscheidet wie immer die örtliche Abfallsatzung.

Wohin gehört welcher Korken?

Bevor Sie einen Korken wegwerfen, lohnt ein kurzer Blick darauf. Echte Naturkorken sind leicht, etwas elastisch und zeigen die typische Porenstruktur der Rinde. Presskorken bestehen aus Korkgranulat, das mit Bindemittel zusammengeklebt ist, und sehen gleichmäßig gekörnt aus. Kunststoffkorken sind glatt, oft farbig und fühlen sich gummiartig an.

VerschlussRichtiger Weg
Naturkorken (Wein)Korksammlung, sonst Restmüll; Biotonne nur, wo die Kommune es ausdrücklich erlaubt
Presskorken, Sektkorken aus KorkgranulatKorksammlung, sofern sie dort angenommen werden, sonst Restmüll
KunststoffkorkenGelber Sack oder Gelbe Tonne
Kronkorken (Bierflasche)Gelber Sack oder Gelbe Tonne
Schraubverschluss aus MetallGelber Sack oder Gelbe Tonne
Drahtkörbchen und Folie vom SektGelber Sack oder Gelbe Tonne
Korken mit Schimmel oder WachsRestmüll

Warum der Naturkorken nicht in den Gelben Sack darf, obwohl er eine Verpackung ist: Dort gehören nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen hinein. Kork ist ein Naturmaterial und wird in den Sortieranlagen nicht verwertet. Mehr zur Frage, was in die Gelbe Tonne gehört, steht unter Gelber Sack.

Weinkorken sammeln: was daraus wird

Kork ist die Rinde der Korkeiche, die alle paar Jahre geschält wird, ohne dass der Baum dafür gefällt wird. Das Material ist leicht, wasserabweisend und dämmt gut. Gesammelte Korken werden deshalb geschrotet und zum Beispiel als Dämmgranulat oder für Korkprodukte weiterverwendet. Einige Sammelaktionen werden von Naturschutzverbänden oder sozialen Einrichtungen betrieben, die damit zugleich Arbeitsplätze schaffen.

Sammelboxen stehen je nach Region auf Wertstoffhöfen, in Weinhandlungen, in manchen Supermärkten, Rathäusern oder Schulen. Ihre Abfallberatung weiß meist, wo die nächste ist. Fragen Sie dabei gleich, ob auch Sektkorken und Presskorken angenommen werden; manche Sammlungen wollen nur reine Naturkorken.

So bereiten Sie Korken für die Sammlung vor

  1. Trennen. Naturkorken in einen eigenen Beutel, Kunststoffkorken und Metallverschlüsse in den Gelben Sack.
  2. Anhängsel entfernen. Metallkappen, Folien und Drahtkörbchen abnehmen, die gehören ebenfalls in den Gelben Sack.
  3. Trocknen lassen. Frisch gezogene Korken sind feucht; im geschlossenen Beutel können sie schimmeln. Lassen Sie sie einige Tage offen liegen.
  4. Sammeln und gebündelt abgeben. Ein alter Karton oder Stoffbeutel in der Küche genügt. Wer ohnehin zum Wertstoffhof fährt, nimmt die Korken mit.

Wie viele Korken Sie sammeln, bevor Sie sie abgeben, ist Ihre Sache; die meisten Sammelstellen freuen sich auch über einen kleinen Beutel. Wichtig ist nur, dass keine Fremdstoffe dazwischen liegen. Kunststoffkorken, Kronkorken oder Kapseln in der Korksammlung müssen später von Hand wieder heraussortiert werden, und das kostet die Sammler Zeit.

Korken wiederverwenden

Wer basteln mag, findet für Naturkorken viele Verwendungen: Pinnwände, Untersetzer, Topflappen-Ersatz, Stempel für Kinder, Möbelschoner unter Stuhlbeinen als dünne Scheiben, Schwimmer für die Angelschnur. Zerkleinerte Korken lockern Blumenerde auf und halten etwas Feuchtigkeit; in großen Mengen ersetzen sie aber keine Drainageschicht aus Blähton oder Kies.

Ein Korken bleibt übrigens in einer angebrochenen Flasche nur dann dicht, wenn er noch nicht zu stark aufgequollen ist. Wer häufig Wein öffnet, fährt mit einem wiederverwendbaren Flaschenverschluss besser. Und wenn der Korkenzieher einmal fehlt: Unter Weinflasche ohne Korkenzieher öffnen stehen die Tricks, die wirklich funktionieren.

Ist ein Korken beim Öffnen abgebrochen und schwimmen Korkbrösel im Wein, gießen Sie den Wein durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter. Die Krümel gehören dann in den Restmüll, nicht in den Ausguss.

Kosten und typische Fehler

Die Entsorgung kostet Sie nichts: Restmüll, Gelber Sack und Korksammlung sind über die Müllgebühren beziehungsweise den Verpackungspreis bezahlt oder freiwillig und kostenlos.

Die häufigsten Fehler sind schnell aufgezählt:

  • Korken im Altglas. Der Altglascontainer ist nur für Glas. Deckel und Korken nehmen Sie vorher ab.
  • Naturkorken im Gelben Sack. Sie stören dort nicht dramatisch, werden aber nicht verwertet und landen am Ende in der Verbrennung.
  • Kunststoffkorken im Restmüll. Das ist nicht verboten, verschenkt aber Material, das sich sortieren ließe.
  • Korken ungefragt in die Biotonne. Kork verrottet sehr langsam. Viele Kompostierungsanlagen wollen ihn deshalb nicht; erlaubt ist es nur, wo Ihre Kommune es ausdrücklich zulässt.

Die Grundregeln der Mülltrennung im Überblick finden Sie unter Müll trennen, Hinweise zum Glas selbst unter Altglas.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich Kronkorken?

Kronkorken von Bier- und Limonadenflaschen sind Verpackungen aus Metall und gehören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. In den Altglascontainer sollen sie nicht, auch wenn Magnete dort einen Teil wieder herausholen. Größere Mengen, etwa nach einer Feier, können Sie auch beim Wertstoffhof in den Metallcontainer geben.

Wohin mit Weinkorken?

Naturkorken am besten in eine Korksammelstelle, die Sie über die Abfallberatung, den Wertstoffhof oder eine Weinhandlung finden. Wenn es keine in der Nähe gibt, kommen sie in den Restmüll. Kunststoffkorken gehören in den Gelben Sack.

Dürfen Korken in die Biotonne?

Nur wenn Ihre Kommune das ausdrücklich erlaubt. Kork ist zwar ein Naturstoff, zersetzt sich aber so langsam, dass viele Kompostwerke ihn als Störstoff behandeln. Im Zweifel ist der Restmüll der sichere Weg, die Sammlung der bessere.

Wie erkenne ich einen Kunststoffkorken?

Kunststoffkorken sind glatt, oft einfarbig bunt oder weiß und haben keine Poren. Sie lassen sich kaum zusammendrücken und riechen nicht nach Holz. Naturkorken dagegen sind porös und zeigen feine dunkle Linien. Presskorken wirken wie aus Krümeln gepresst und bestehen ebenfalls überwiegend aus Kork.

Darf ich Korken im Kamin verbrennen?

Kunststoff- und Presskorken auf keinen Fall: Kunststoff und Bindemittel setzen beim Verbrennen Schadstoffe frei, und im Kaminofen ist nur naturbelassenes Holz als Brennstoff vorgesehen. Auch Naturkorken sind kein Brennstoff, für den ein Ofen ausgelegt ist. Die Sammlung ist der sinnvollere Weg.

Was mache ich mit Sektkorken?

Sektkorken bestehen meist aus einem Korkgranulat-Körper, manchmal mit Scheiben aus Naturkork, oder ganz aus Kunststoff. Kork-Sektkorken kommen in die Sammlung, sofern sie dort angenommen werden, sonst in den Restmüll. Kunststoffkorken, das Drahtkörbchen und die Folie gehören in den Gelben Sack.