Badewanne, Waschbecken und Toilette entsorgen

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Waschbecken und Toiletten aus Keramik bringen Sie zum Wertstoffhof in den Bauschutt, Badewannen je nach Material in den Metallcontainer (Stahl, Gusseisen) oder in den Bereich für Kunststoff und Sperrgut (Acryl). Die Sperrmüllabfuhr nimmt Sanitärkeramik in den meisten Kommunen nicht mit. Wer selbst ausbaut, stellt vorher das Wasser ab und verschließt die Anschlüsse; bei eingemauerten Wannen und festen Leitungen ist ein Installateur oft die bessere Wahl.
Wohin gehören Badewanne, Waschbecken und Toilette?
Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland. Welche Container Ihr Wertstoffhof hat und ob Mengen oder Gebühren begrenzt sind, regelt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Im Zweifel fragen Sie die örtliche Abfallberatung.
| Teil | Richtiger Weg |
| Waschbecken, Toilette, Bidet, Urinal aus Keramik | Wertstoffhof, Bauschutt oder eigener Container für Sanitärkeramik |
| Badewanne oder Duschwanne aus Stahl-Emaille | Wertstoffhof (Metall) oder Schrotthändler |
| Badewanne aus Gusseisen | Schrotthändler oder Wertstoffhof (Metall); sehr schwer |
| Badewanne oder Duschwanne aus Acryl | Wertstoffhof, je nach Ort als Sperrgut oder Kunststoff |
| Wannenträger aus Styropor | Wertstoffhof, nicht gelber Sack |
| Spülkasten aus Kunststoff, Armaturen, Siphon | Wertstoffhof; Metallteile in den Schrott |
| Fliesen und Mauerwerk vom Ausbau | Bauschutt |
Keramik ist Bauschutt
Sanitärkeramik ist gebrannter Ton mit Glasur. Sie verhält sich beim Recycling wie Fliesen und Ziegel und wird deshalb als Bauschutt angenommen, manchmal auch in einem eigenen Container für Keramik. Ins Altglas gehört sie nicht, weil sie sich beim Einschmelzen nicht auflöst und neue Flaschen unbrauchbar macht. Die Sperrmüllabfuhr nimmt Waschbecken und Toiletten meist nicht mit, weil sie Bauabfall und kein Hausrat sind. Größere Mengen Bauschutt aus einem Badumbau gehen in einen Container; worauf Sie dabei achten müssen, steht unter Bauschutt entsorgen. Für Fliesen gilt dasselbe, siehe Fliesen entsorgen.
Stahl, Gusseisen oder Acryl: das Material erkennen
Welche Wanne Sie haben, sehen Sie mit einem einfachen Test. Ein Magnet haftet an Stahl- und Gusseisenwannen, weil unter der Emaille Metall liegt. Klopfen Sie auf den Wannenrand: Stahl klingt hell und blechern, Gusseisen dumpf und massiv, Acryl hohl und kunststoffartig. Acrylwannen sind leicht und fühlen sich leicht warm an, eine Stahlwanne wiegt deutlich mehr, und eine alte Gusseisenwanne ist so schwer, dass sie nur mehrere Personen tragen können.
Stahl- und Gusseisenwannen sind Metallschrott, den Wertstoffhöfe oft kostenlos annehmen und Schrotthändler teils sogar abholen. Acrylwannen werden je nach Kommune als Sperrgut oder im Kunststoffbereich angenommen. Den Wannenträger aus Styropor, auf dem viele Acrylwannen stehen, geben Sie getrennt ab; Hinweise dazu stehen unter Styropor entsorgen.
Sicher ausbauen: Wasser ab, Anschlüsse zu
Wer ein Waschbecken oder eine Toilette selbst abbaut, braucht etwas handwerkliches Geschick. Eingemauerte Badewannen, verflieste Vorwandelemente und Arbeiten an festen Wasserleitungen sind dagegen oft ein Fall für den Installateur. In einer Mietwohnung bauen Sie Sanitärobjekte nur mit Zustimmung des Vermieters aus.
- Wasser abstellen. Die Eckventile unter Waschbecken und Spülkasten zudrehen; wenn es keine gibt oder sie nicht dicht schließen, das Wasser am Hauptabsperrhahn abstellen.
- Leitungen und Spülkasten leeren. Den Wasserhahn öffnen, bis nichts mehr kommt, und die Toilette spülen, damit der Spülkasten leer ist. Restwasser im WC-Becken mit einem Becher und einem Schwamm herausholen.
- Silikonfugen aufschneiden. Mit einem Cuttermesser die Fuge zwischen Keramik und Wand oder Wanne und Fliesen durchtrennen.
- Anschlüsse lösen. Siphon, Zulaufschläuche und Abflussstutzen abschrauben, dann die Befestigungsschrauben an der Wand. Einen Eimer und Lappen bereithalten, im Siphon steht immer Wasser.
- Offene Anschlüsse verschließen. Den Abfluss in der Wand mit einem Stopfen oder Lappen verschließen, damit kein Kanalgeruch austritt und nichts hineinfällt; offene Wasseranschlüsse mit Stopfen sichern.
- Schwer heben, nicht zerschlagen. Keramik lieber im Ganzen tragen. Wer sie zerschlagen muss, weil sie nicht durch die Tür passt, trägt Schutzbrille, Handschuhe und feste Schuhe: Bruchkanten sind scharf wie Glas.
Weitergeben statt wegwerfen
Intakte Waschbecken, Toiletten und Wannen in gängigen Farben lassen sich über Kleinanzeigen, Bauteilbörsen oder Verschenk-Gruppen weitergeben. Alte Gusseisenwannen auf Füßen sind bei Liebhabern gefragt, teils auch als Pflanztrog im Garten. Farbige Keramik aus den 1970er-Jahren findet dagegen selten Abnehmer.
Nicht jede unansehnliche Wanne muss raus. Ist sie nur vergilbt oder verfärbt, hilft oft gründliches Reinigen, siehe Badewanne reinigen; für stumpfe oder beschädigte Emaille gibt es Betriebe, die Wannen neu beschichten. Und läuft das Wasser schlecht ab, ist das ein Fall für den Abfluss, nicht für den Wertstoffhof: Abfluss verstopft zeigt, was hilft.
Kosten
Metallwannen nimmt der Wertstoffhof meist kostenlos an, Schrotthändler zahlen bei Gusseisen teils einen kleinen Betrag. Für Bauschutt und damit für Keramik verlangen viele Kommunen eine Gebühr nach Menge, etwa je Eimer, Kofferraum oder Anhänger, oder begrenzen die kostenlose Menge. Beim Badumbau durch einen Betrieb ist die Entsorgung der Altteile häufig im Angebot enthalten.
Typische Fehler
- Keramik in den Restmüll. Ein Waschbecken passt nicht in die Tonne, und Scherben verletzen die Müllwerker.
- Keramik in den Altglascontainer. Porzellan und Keramik stören das Glasrecycling, auch in kleinen Stücken; siehe Porzellan entsorgen.
- Wanne zum Sperrmüll stellen, ohne zu fragen. Viele Kommunen lassen Sanitärteile stehen.
- Anschlüsse offen lassen. Kanalgeruch und im schlimmsten Fall Wasser im Bad sind die Folge.
Häufige Fragen
Wohin mit einer alten Duschkabine?
Duschwände bestehen meist aus Einscheiben-Sicherheitsglas oder Kunststoff in einem Rahmen aus Aluminium. Das Glas geben Sie als Flachglas am Wertstoffhof ab, den Aluminiumrahmen in den Metallcontainer, Kunststoffscheiben je nach Ort als Sperrgut oder Kunststoff. Sicherheitsglas zerfällt beim Bruch in viele kleine Krümel; tragen Sie beim Abbau Handschuhe und Schutzbrille und kleben Sie die Scheiben vorher ab.
Kann ich eine Badewanne zum Sperrmüll stellen?
Meist nicht, weil Badewannen als Bauabfall gelten. Manche Kommunen nehmen Acrylwannen als Sperrmüll mit, Stahl- und Gusseisenwannen gehen dagegen fast überall zum Metall. Fragen Sie vor dem Termin bei der Abfallberatung.
In welche Tonne gehört eine alte Toilette?
In keine Tonne. Eine Toilette aus Keramik geben Sie am Wertstoffhof im Bauschutt oder im Container für Sanitärkeramik ab; den Kunststoffsitz können Sie abschrauben und in den Restmüll geben.
Wie schwer ist eine alte Badewanne?
Acrylwannen wiegen oft nur um die 20 bis 30 kg, Stahlwannen deutlich mehr. Eine alte Gusseisenwanne kann weit über 100 kg wiegen; für den Transport brauchen Sie mehrere Helfer oder einen Betrieb.
Muss ich den Installateur holen?
Für ein einfach verschraubtes Waschbecken mit Eckventilen nicht unbedingt. Bei eingemauerten Wannen, Vorwandinstallationen, fehlenden Absperrventilen oder wenn Sie Leitungen verändern müssen, ist der Installateur die sichere Wahl.



